Currys bereite ich sehr selten zu, esse sie aber unglaublich gerne. Das Dum Ka Murgh ist würzig-säuerlich, fix zubereitet und genau das Richtige für einen Herbstabend.

Was für europäische Ohren ein wenig befremdlich klingt, heisst übersetzt in etwas so viel wie „geschmortes Huhn in einer würzigen Sauce“. Nun, dass es etwas würziger wird, hättest Du Dir wahrscheinlich auch so denken können, schließlich wage ich mich heute kulinarisch mal wieder in indische Sphären. Und dass dort die Tendenz eher zu würzigen Gerichten als harmoniesüchtigen Umami-Brutzeleien geht, ist auch keine Weltneuheit.

Das heutige Rezept hört also, wie schon erwähnt, auf den wohlklingenden Namen „Dum Ka Murgh“ und liest sich wie eine kleine Inventarliste meines Gewürzregals. Das ist weiter nicht verwunderlich, denn die indische Küche lebt von genau dieser Vielfalt und einer Unzahl von Gewürzmischungen, den Currys. Für das Dum Ka Murgh wird das Hühnchen zunächst in nicht zu kleine Stücke geschnitten und anschließend mehrere Stunden mariniert. Die Marinade besteht dabei aus einem Gemisch aus Joghurt, Salz, Mandeln, Knoblauch, grünen Chilis, Kurkuma und Zwiebeln. Am besten lässt Du das Hühnchen über Nacht im Kühlschrank marinieren, damit die Aromen gut einziehen können.

Gewürzfeuerwerk

Danach geht das Kochen erst los: Du brätst das Hühnchen samt Marinade in Öl in einer Pfanne langsam an, gibst dann etwas Wasser dazu und schmorst das Huhn etwa 30 bis 40 Minuten in der Sauce. Am Ende der Garzeit kommen Zimt, Kardamom, Nelken und Kümmel dazu, ein Schuss Zitronensaft sorgt für die nötige Säure. Koriander sorgt am Ende für den würdigen Abschluss, sofern Dir danach ist (ich selbst kann ja nicht genug Koriander haben, aber das Kraut polarisiert).

Zum Gericht passt natürlich reichlich Basmati-Reis. Und diesen koche ich nur noch so: Zunächst röste ich den mit etwas Kreuzkümmel, Kardamom, Ingwer und Salz gewürzten Reis trocken in einem Topf unter stetem Rühren an, bis er ein wenig Farbe genommen hat. Dann gieße ich pro Tasse Reis zwei Tassen Wasser an und koche das Wasser kurz auf. Danach reduziere ich die Hitze sehr radikal und schließe den Topf mit einem Deckel. Von nun an wird der Reis 15 Minuten nicht mehr angerührt, bis alles Wasser verkocht, verdunstet oder in den Reiskörnern verschwunden ist. Du kannst bei der Zugabe der Gewürze natürlich frei variieren. Das Ergebnis: Ein perfekt gegarter Basmati-Reis, nicht verbrannt und wohlig duftend.

Wenn Du zum Gericht neben Hühnchen, Reis und Sauce gerne etwas Gemüse servieren möchtest, so eignen sich Okra-Schoten, ebenfalls scharf in einer Chili-Tomaten-Sauce zubereitet. Frisches Naan komplettiert das Gericht und lässt einen im Gewürzhimmel schweben.

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Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten

Zutaten (für 4 Personen):

  • 1 kg Hühnchenfleisch, nicht zu klein
  • 3 Zwiebeln
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 5 grüne Chilis
  • 1/2 TL Kümmel
  • 4 Gewürznelken
  • 2 Kapseln Kardamom
  • 1 TL Zimt
  • 3 EL gemahlene Mandeln
  • 500 g Joghurt
  • 100 ml Sesamöl
  • 100 ml Wasser
  • 1 EL Agavendicksaft
  • 1/2 Zitrone
  • 1 Bund frischer Koriander
  • Salz
  • Reis nach Belieben

Zubereitung:

1 Am Vorabend wäschst Du das Hähnchen und schneidest es in nicht zu kleine Stücke. Gut abtupfen. Die Zwiebeln schälen und in feine Streifen schneiden.

2 Die Zwiebeln in 2 EL Sesamöl glasig dünsten, bis die karamellisieren und braun werden. Abkühlen lassen.

3 Die Chilis fein hacken. Ingwer schälen und ebenfalls sehr fein hacken. Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer, Knoblauch, Chili und Kurkuma in einem Mörser zu einer Paste verarbeiten. Mit dem Joghurt, den Zwiebeln und den Mandeln mischen und das Hähnchen darin marinieren. Über Nacht stehen lassen.

4 Am nächsten Tag das Hähnchen samt Marinade in 3 EL Sesamöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze langsam anbraten. Nach 3-4 Minuten das Wasser zufügen, bis eine dünne Ölschicht sichtbar wird. Das Hähnchen nun etwa 30 bis 40 Minuten in der Sauce bei mittlerer Hitze schmoren.

5 Am Ende der Garzeit Zimt, Kardamom, Gewürznelken und den Kümmel zufügen. Kurz ziehen lassen, aufkochen und mit Zitronensaft, Agavendicksaft und Salz abschmecken. Etwa 10 Minuten ruhen lassen und dann mit Reis und frisch gehacktem Koriander servieren.