Hähnchen vom Grill ist ein echter Barbecue-Klassiker. Am liebsten grille ich Hähnchen indirekt am Drehspieß, weil das Ergebnis so schön gleichmäßig und kross wird. In diesem Artikel findet sich eine Anleitung dafür.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich meine Mutter als Kind mit zum Einkaufen nahm. Auf dem Parkplatz des Supermarktes stand damals schon ein Wagen, aus dem Grillhähnchen verkauft wurden. Der Geruch ließ mir damals das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ab und zu kauften wir auch ein Hähnchen, und ich erinnerte mich, wie es dieses zuhause mit Kartoffelsalat und frischem Gebäck zum Mittagessen gab.

Heute lasse ich tunlichst die Finger von solchen Hähnchen für 3-4 €, können sie doch für diesen Preis niemals aus akzeptablen Haltebedingungen kommen. Heute bereite ich Hähnchen selbst zu. Entweder kaufe ich das Hähnchen direkt vom Biohof oder im Bioladen. Der Kilopreis ist dort um ein Vielfaches höher als am Bratstand, das ist aber auch in Ordnung.

Wenn wir Hähnchen zubereiten, so essen wir meist drei Mal davon:

  • Grillhähnchen am Tag der Zubereitung, meist mit Kartoffelsalat
  • Eine Suppe mit der Brühe der ausgekochten Karkasse
  • Die Reste als Curry, Thai-Salat oder als Füllung für Pasta, Tacos oder Wraps

Die klassische Variante Schritt für Schritt

In den meisten Fällen bereite ich das Grillhühnchen ganz klassisch zu. Das bedeutet, dass ich es vor dem Grillen lediglich salze und sonst keine Gewürze hinzufüge. Seitdem ich Samin Nosrats famoses Buch „Salz. Fett. Säure. Hitze.“ (Affiliate-Link; Was bedeutet das?) gelesen habe, versuche ich, Zutaten so bald wie möglich zu salzen, keinesfalls erst kurz vor dem Zubereiten. Die Aromen verstärken sich, das Ergebnis ist wohlschmeckender.

So auch bei diesem Rezept: Die Zubereitung startet am Tag vor dem Servieren. Ich reibe das Huhn von allen Seiten relativ großzügig mit Meersalz ein und stelle es über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag hole ich es eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank und lasse es Zimmertemperatur annehmen.

Dann stecke ich das Huhn auf den Drehspieß und fixiere es mit den Klammern. Es ist gar nicht so leicht, die Flügel und Keulen so zu fixieren, dass sie sich nicht verselbständigen – was nicht passieren sollte, da das Huhn sonst an diesen Stellen Gefahr läuft, zu verbrennen. Manchmal – wenn es gar nicht funktionieren möchte – benutze ich etwas Küchengarn um Flügel und Keulen zu fixieren (wie man auf obigem Foto auch sieht).

Nun ist es Zeit, den Grill vorzubereiten. Für ein perfektes Ergebnis benutze ich einen Drehspieß, der sich elektrisch angetrieben konstant um die eigene Achse dreht und damit das Gargut einem gleichmäßigen Garverfahren zuführt. Drehspieße finden sich im Zubehörsortiment der meisten Grillgerätehersteller.

Den Grill bereite ich für das indirekte Grillen vor und heize ihn auf 180 °C auf. Beim indirekten Grillen wirkt die Hitze nicht direkt – also von unten – auf das Gargut ein sondern befindet sich rechts und links davon, ist eben indirekt. Die Wärme gleitet so am Gargut vorbei an den Deckel des Grills und strömt gleichmäßig durch den Raum. Das ermöglicht längere Garvorgänge, ohne dass das Gargut verbrennt.

Sobald der Grill 180 °C erreicht hat, setze ich den Grillspieß ein. Bei geschlossenem Deckel braucht das Hühnchen – je nach Größe – etwa 50 bis 70 Minuten auf dem Grill. Ziel ist das Erreichen einer Kerntemperatur von 80 °C – was mit einem Einstechthermometer hin und wieder überprüft werden kann.

Wenn die Kerntemperatur erreicht ist, nehme ich das Hähnchen vom Grill und tranchiere es. Dabei wandern die Knochen und Karkassen direkt in einen Suppentopf, um eine Geflügelbrühe zu kochen.

Zu dieser Zubereitungsmethode essen wir gerne einen Kartoffelsalat mit Gurken.