Heute wird’s zünftig! Entgegen aller Annahmen, welche verständlicherweise entstehen können, wenn man nur meinen Blog liest, kann ich einer guten Brotzeit sehr viel Abgewinnen. Es müssen nicht immer elaborierte Gerichte sein.

Die heutige Käsespezialität ist dabei nichts für schwache Nerven: Der Weißlacker ist eine vergessene Spezialität, kräftig(st) in Geschmack und Geruch. Ein Stück kulinarischer Tradition, das bewahrt werden muss.

Die Geschichte des Weißlacker geht auf das Jahr 1874 zurück, in dem er in Wertach im Oberallgäu erfunden worden sein soll. Der Name des Käses geht auf die schmierige Konsistenz seiner Oberfläche zurück, weshalb er auch unter dem Namen Weißschmierer bekannt ist.

Der Beiname „Bierkäse“ ist ebenso geläufig, harmoniert der Weißlacker doch wunderbar mit einem würzigen Bier und einer kräftigen Vinaigrette. Viel charakteristischer ist aber sein intensiver Geruch: Gemeinhin wird behauptet, dass ein Stück Weißlacker im Rucksack in jedem noch so vollen Zugabteil ratz-fatz für freie Plätze sorgt. Der Geschmack selbst ist ähnlich kräftig, ja sogar als pikant bis scharf zu bezeichnen. Kein Wunder also, dass sich der Käse vorrangig im süddeutschen Raum als Brotzeit auf diversen Stammtischen wiederfindet.

Besonders mutige Allgäuer bereiten mit dem Weißlacker die ungemein leckeren Kässpatzen zu – ein wahrlich intensives Erlebnis.

Weißlacker wird klassisch mit einer Vinaigrette aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer sowie vielen, hauchdünn aufgeschnittenen Frühlingszwiebeln serviert. Dazu passt eine Brezel oder eine dicke Scheibe frisches Bauernbrot, auch ein „Seidla“ Bier darf nicht fehlen. Und genau so habe ich den Käse zubereitet. Bereit?