Feuchtwanger Krusten-Schweinebraten mit selbstgemachten Semmelknödeln

2018-09-24T13:40:55+00:0019. April 2012|11 Kommentare

Jede Familie hat seine speziellen Familiengerichte, die es immer wieder gibt und auf die sich alle Familienmitglieder freuen.

Bei mir zuhause waren das Spaghetti Bolognese, Lasagne, ein ganz einfacher Reisauflauf mit Apfelmus, Ratatouille und Mamas Schweinebraten. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie oft ich mittags von der Schule nach Hause kam, die Türe öffnete und mir sofort ein wohlbekannter Essensgeruch entgegenschwappte. Oft erkannte ich bereits beim ersten Atemzug, um welches Gericht es sich handeln musste – und war es eines der oben genannten, so war der pubertäre Ärger über Schule, Schüler und Lehrer wie verflogen.

Das Familienschweinebratenrezept

Der Schweinebraten meiner Mutter war und ist eine große Köstlichkeit. Sie verwendet eher magere Stücke vom Schwein ohne Schwarte, dazu serviert werden selbstgemachtes Blaukraut (Das Beste von Welt, klar, oder?), selbstgemachte Semmelknödel (Die Besten von Welt, klar, oder?) und eine Sauce auf Basis des Bratenfonds, in die ein paar selbstgetrocknete Maronenstückchen gegeben werden. Yummy!

Aber jede Familie – zumindest jede fränkische Familie – braucht ihr eigenes Schweinebratenrezept. Und für mich war sonnenklar: Es musste ein schönes Stück Fleisch aus der Schweineschulter mit ordentlich Schwarte für eine formidable Kruste sein. Dazu passen wunderbar selbstgemachte Semmelknödel und eine möglichst puristische Sauce, die hauptsächlich aus dem Bratenfond und durch Zugabe von ein wenig Wurzelgemüse besteht.

Feuchtwanger Krusten-Schweinebraten mit selbstgemachten Semmelknödeln

Semmelknödelphobie? Was ist Semmelknödelphobie?

Moment mal – Semmelknödel? War da nicht etwas? Wenn es bis dato ein Gericht gab, das mir konstant misslungen ist, dann die Semmelknödel. Ich werde nie diesen Moment vergessen, als ich 3 Freunde zum Roastbeef Essen eingeladen hatte und mir die Semmelknödel im Salzwasser zu einer übel aussehenden Suppe zerflossen. Es gab schließlich Spätzle aus der Tüte und viele bissige Kommentare.

Semmelknödel

So viel kann ich jetzt schon verraten: Ich habe mich meinen „Ängsten“ gestellt und die Phobie beendet – mir sind zum ersten Mal Semmelknödel rundum gelungen. Olé. Tröt.

Ergebnis dieser Kochaktion: Wir haben unser eigenes Familien-Schweinebratenrezept. Endlich. Habt Ihr auch ein solches traditionelles Familienrezept?

Rezept

Zubereitung des Feuchtwanger Krusten-Schweinebratens mit selbstgemachten Semmelknödeln (für 4 Personen):

  • 800g Schweinefleisch aus der Schulter mit Kruste
  • 2 Karotten
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • ½ Stange Lauch (nur das Weiße)
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 2 EL Schweineschmalz
  • 1 TL Kümmel
  • 1 TL Koriandersamen

Für die Semmelknödel:

  • 10 Semmeln vom Vortag
  • ¼ L Milch
  • 3-4 Eier
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Petersilie
  • 4-5 EL Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

1 Den Backofen auf 200°C Umluft vorheizen. 200ml Wasser zum Kochen bringen. Den Schweinebraten mit der Schwarte nach unten in einen Bräter geben, das kochende Wasser zugeben. Für 20 Minuten in den Backofen geben und dämpfen – das Wasser sollte danach fast verschwunden sein.

2 Währenddessen 100ml Wasser aufkochen und 2 EL Salz verrühren. Salzwasser auskühlen lassen und in den Kühlschrank stellen.

3 Während der ersten 20 Minuten die Karotten, die Zwiebel und den Knoblauch schälen und würfeln. Den Lauch putzen und in Röllchen schneiden. Den Staudensellerie waschen und zerkleinern.

4 Das Schweineschmalz erwärmen (nicht schmelzen lassen) und den Kümmel und die Koriandersamen zugeben.

5 Den Schweinebraten aus dem Rohr nehmen. Die Temperatur auf 170°C Umluft reduzieren. Die Schwarte des Schweinebratens mit einem scharfen Messer einschneiden, so dass sich ein Karomuster ergibt. Wurzelgemüse in den Bräter geben, mit Wasser auffüllen so dass dieses bedeckt ist. Schweinebraten mit der Schwarte nach oben auf das Gemüse setzen und mit dem Schweineschmalz bestreichen. Für 1,5 Stunden im Backofen garen, immer wieder mit Schweineschmalz bestreichen.

6 Die Semmeln in kleine Stücke schneiden. Die Milch erwärmen und zu den Semmeln gießen – verrühren und 20 Minuten einweichen lassen. Achtung: Die Milch nicht komplett dazugeben sonder „Schlückchenweise“ – die Masse darf nicht zu nass werden. Danach die Eier untermischen. Die Zwiebel und die Petersilie fein hacken. Die Zwiebel in etwas Schweineschmal glasig dünsten und mit der Petersilie unter die Masse heben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn die Masse zu weich sein sollte, Semmelbrösel unterheben. Einen Knödel in Golfballgröße formen und testweise kochen. Die Knödel müssen ca. 15 Minuten in Salzwasser ziehen.

7 Nach Ablauf der 1,5 Stunden den Braten aus dem Bräter nehmen und in eine Pfanne legen. Mit dem Kalten Salzwasser bestreichen und bei 220°C Umluft in ca. 10 Minuten fertig garen, bis sich eine schöne, knusprige Kruste ergeben hat. Währenddessen immer wieder mit dem Salzwasser bestreichen.

8 Das Gemüse aus der Sauce entfernen. Die Sauce abschmecken und ggf. mit etwas Wasser strecken.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

11 Kommentare

  1. Heike 19. April 2012 um 10:14 Uhr - Antworten

    Willkommen im Knödelkreis!
    Nata ist diese Woche auch schon angekommen 🙂

    Familienrezepte? Ganz eindeutig bei uns Omas Nuddlesupp!

    • Uwe 19. April 2012 um 10:28 Uhr - Antworten

      Danke! Hat ja auch lang genug gedauert. Nuddlesupp? Ach, ich vermisse den badischen Dialekt.

  2. Andrea 19. April 2012 um 10:55 Uhr - Antworten

    Hallo 🙂
    die Knödel schauen gut aus!
    was hast du diesmal anders gemacht dass es geklappt hat?
    ich dämpfe knödel sicherheitshalber so bleiben auch die weichesten ganz :-).
    lg
    andrea

    • Uwe 19. April 2012 um 12:25 Uhr - Antworten

      Knödel dämpfen! Auf DIE Idee hätte ich früher kommen können. Was ich anders gemacht habe? Keine Ahnung. Mich drei Tage nicht mehr rasiert. Oder so…

  3. Andrea 19. April 2012 um 12:54 Uhr - Antworten

    🙂

  4. Claudia 19. April 2012 um 22:05 Uhr - Antworten

    Yum! Das ist grausam.. Ich komme vom Sport, hab Hunger und sehe da so einen grandiosen Schweinebraten. Köstlich!
    Ich mache meine Semmelknödel übrigens immer halb mit Brezen, das klappt irgendwie immer und geschmacklich kommt das auch gut.

    Mein traditionelles Familiengericht ist Rehrücken. Badisch – eh klar. 🙂
    liebe Grüße
    Claudia

  5. pimpimella 24. April 2012 um 10:19 Uhr - Antworten

    Bissige Kommentare weil einem etwas misslingt finde ich völlig unangebracht! Sieht toll aus, Dein Gericht!

  6. Turbohausfrau 24. April 2012 um 11:45 Uhr - Antworten

    Jaaaa, genau so muss ein Bratlsaft ausschauen! Nix mit dicker Tunke, sondern ganz fein und klar. Perfekt!

    Meine Semmelknödelallergie hat sich erst letztes Jahr entwickelt. Bei mir gibt es alle möglichen Knödel, aber die nie mehr wieder.

    • Uwe 24. April 2012 um 16:52 Uhr - Antworten

      @Claudia: Das tut mir leid. Geht mir aber oft genauso, wenn ich nach dem Sport noch meine Blogrunde drehe…

      @mel: Na, ich wusste ja, vom wem das kommt. Und wenn die Jungs sehen, dass ein Nimbus gebrochen wird („Dem gelint sonst immer alles“), dann hauen sie verbal eben drauf. Und da ich verbal eher der Wortspieakrobat bin und gerne austeile – ach, ich kann das ab ^^

      @Turbohausfrau: SO sehe ich das auch! Ich mag den klaren Bratensaft sehr, sehr gerne. Dieses Aroooma! 🙂

  7. pimpimella 29. Juli 2012 um 14:47 Uhr - Antworten

    Ja, hab ich, Aber nicht so tolle Fotos dazu *knurr*.

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