Zwiebelrostbraten mit Rotweinsauce

2018-09-24T13:37:26+00:0023. September 2012|18 Kommentare

Zugegeben: Mit einem Zwiebelrostbraten-Rezept holt man dieser Tage niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Deswegen behaupte ich einfach mal, dass es sich hierbei um den weltbesten Zwiebelrostbraten handelt. Mindestens.

Wieder zugegeben: Spätzle lässt man am besten von einer echten Schwäbin zubereiten. Die haben das Spätzle-machen im Blut, brauchen natürlich kein Rezept und können voller Selbstvertrauen auf das Augenmaß vertrauen: Die Spätzle werden super.

Und am besten versucht man gar nicht erst, diesen Schwäbinnen bei der Spätzle-Arbeit reinzureden und einen Messbecher aufzuschwatzen. Das wird mit bösen Seitenblicken quittiert und man erntet bestenfalls ein paar unverständliche Nuscheleien in einer absonderlich fremd klingenden Mundart.

Ich hatte eine Freundin aus alten Karlsruher Tagen zum Zwiebelrostbraten-Essen eingeladen – eben besagte Schwäbin, genau die mit den Nuscheleien – und wir verständigten uns auf Arbeitsteilung: Sie die Spätzle, ich den Braten.

Wer nun eine kulinarische Innovation erwartet, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass sie nicht kommen wird: Der Zwiebelrostbraten ist klassisch zubereitet. Zu einem rosa gebratenen Stück Roastbeef (Auf dem Foto sieht es schon etwas weit aus – ich hatte es etwas zu lange in der Alufolie ruhen lassen) gehören für mich eine dunkle Rotweinsauce, knusprige Zwiebelringe und wachsweiche Spätzle – da bin ich konservativ. Da der Zwiebelrostbraten zu meinen Lieblingsspeisen zählt, darf ein entsprechendes Rezept auf meinem Blog einfach nicht fehlen.

Vielleicht habe ich ja Glück und es ist das einmillionste Zwiebelrostbratenrezept im Internet, was mit einem saftigen Preisgeld dotiert wird. Ist es nicht? Schade. Dafür waren die Spätzle fantastisch. Spätzle from Hell, sozusagen.

REZEPT

Zutaten für den Zwiebelrostbraten mit Rotweinsauce (Für 2 Personen):

  • 500g Roastbeef, gut abgehangen
  • 5 Zwiebeln
  • 4 EL Mehl
  • Etwas Butter
  • Frittierfett
  • Salz, Pfeffer

Für die Spätzle:

  • 400g Spätzle-Mehl
  • 7 Eier
  • Etwas Wasser
  • Salz
  • 1 EL Öl

Für die Rotweinsauce:

  • 350ml Rotwein
  • 100ml Wermut
  • 200ml Fleischbrühe
  • 2 Zwiebeln
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 EL Butter
  • Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung:
1 Das Roastbeef eine Stunde vor Gebrauch aus dem Kühlschrank nehmen. Dann salzen und pfeffern und von allen Seiten in Butter anbraten. In Alufolie schlagen und bei 100°C im Backofen garen, bis die Kerntemperatur 62°C erreicht hat(ca. 40 Minuten). Pfanne mit etwas Wasser ablöschen und den Bratenfond kurz aufkochen. Beiseitestellen.

2 Zwiebeln in Ringe schneiden, mit Mehl bestreuen und in reichlich Pflanzenfett frittieren, bis sie schön knusprig sind.
Abtropfen lassen.

3 Für die Sauce die Zwiebeln und den Knoblauch hacken,dann in etwas Butter glasig anschwitzen. Mit dem Rotwein und dem Wermut ablöschen und einkochen lassen, bis fast keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Mit Fleischbrühe aufgießen, Bratensaft zugeben und aufkochen. Lorbeer zugeben und leise köcheln lassen, dann mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Mit Butter und/oder Speisestärke binden. Warm halten.

4 Das Mehl mit den Eiern, dem Salz und dem Öl in einer Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten. Das Wasser nach Bedarf und Konsistenz des Teiges zugeben. Dann den Teig in einen Topf mit kochendem Salzwasser hobeln und 2-3 Minuten kochen.

5 Alles anrichten, zuletzt mit etwas Petersilie und Zitronenschalen bestreuen.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

18 Kommentare

  1. Heike 23. September 2012 um 10:12 Uhr - Antworten

    Mit kaum was anderem kannst mich Exilschwäbin hinterm Ofen hervorlocken! 🙂

  2. Heike 23. September 2012 um 10:14 Uhr - Antworten

    Verdammt, mal wieder ein Wort vergessen: „besser“!

  3. Wilde Henne 23. September 2012 um 10:34 Uhr - Antworten

    Absonderlich fremd klingende Mundart… und das sagt ausgerechnet ein Frangge über die Schwaben… ausgerechnet da, wo dei Hasen Hosen hasen und dei Hosen Hasen hasen… 😀
    Oh , aber der Braten… so richtig ein Sonntagsstück – toll!

  4. Wilde Henne 23. September 2012 um 10:37 Uhr - Antworten

    Mach aus den Hasen nach den Hosen bitte Husen 😉
    Das Handy hatte es eigenmächtig korrigiert…

  5. Petra aka Cascabel 23. September 2012 um 23:34 Uhr - Antworten

    Damit lockt man mich immer hinter dem Ofen hervor! Zwiebelrostbraten ist mein „Testessen“ in neu entdeckten Wirtshäusern – da kann man viel falsch oder aber richtig machen.

  6. Hesting 24. September 2012 um 11:36 Uhr - Antworten

    Alles selbstgemacht, cool! 🙂
    Ich nehme an, die Freundin hat auch ein eigenes Spätzlebrett mitgebracht?

    • Uwe 24. September 2012 um 13:18 Uhr - Antworten

      Ja, die Freundin hatte alles dabei. Hobel, Spätzlemehl – nur das Wasser und die Eier durfte ich beisteuern… 🙂

  7. Tom 24. September 2012 um 18:27 Uhr - Antworten

    Ähm, das sind keine Spätzle sondern Knöpfle 😉 Nur zu zur Info. Spätze werden geschabt 😉

  8. Micha 25. September 2012 um 13:15 Uhr - Antworten

    Der Braten sieht absolut sonntäglich aus!

    Wie gut, dass Tom bereits vor mir aufgemerkt hat. Aber auch in meinem Blut ist Spätzlewasser und das fordert das zum Schaben notwendige Brett für Spätzle – denn das hier sind eindeutig Knöpfle. Notfalls lasse ich mir die Spätzlespress noch gefallen 🙂

    • Uwe 25. September 2012 um 14:16 Uhr - Antworten

      @Tom & Micha: Ooops. Aber….wir haben geschabt. Es war so ein Brettl-Dingens mit einem…Schaber. Also sind das Spätzle. Uuund außerdem: Die Aufnahme…der Winkel…das verfälscht alles ein wenig… *zwinker*

  9. Markus 14. Dezember 2014 um 11:50 Uhr - Antworten

    Eine Karlsruherin als Schwäbin zu bezeichnen ist schon fast eine Beleidigung (für beide Seiten wohlgemerkt). Jedoch können auch Badener Spätzle machen. Schönen Rezept, werde mich heute mal daran versuchen.

    • Uwe 14. Dezember 2014 um 19:37 Uhr - Antworten

      Ooooh, Markus, danke für die Anmerkung, denn da liegt ein Mißverständnis vor. Ich war ein Jahr lang in Karlsruhe und arbeitete da mit einer echten Schwäbin zusammen. So isses richtig – ich würde NIE, NIE, NIE auf den Gedanken kommen, Karlsruhe und Schwaben in einem Satz zu erwähnen…

  10. seb 29. September 2015 um 17:39 Uhr - Antworten

    fleisch niemals in butter anbraten! wenn überhaut, nimm butterschmalz oder normales pflanzenöl! die butter ist schon verbrannt bevor dein fleisch farbe hat und dein ganzer bratensatz kriegt auch eine verbrannte note! nimm die butter lieber zum knöpfleschwenken!

  11. Eva mit w 30. Dezember 2015 um 20:04 Uhr - Antworten

    Tolles Rezept.
    Tolles Foto.
    Ich ♡ gutes Essen!

    Bin selbst eine Fränggin im badischen Exil ☺

    • Uwe 2. Januar 2016 um 09:58 Uhr - Antworten

      Hi Eva mit w, freut mich, danke Dir! Grüße nach Baden (Wo ich ein Jahr wohnte…)!

  12. Elior 28. Januar 2017 um 23:43 Uhr - Antworten

    ich koche oft für 12 Personen da schau ich immer nach etwas was nicht so viel Arbeit macht doch meistens gelingt mir s dann nicht also hab ich vor deinen braten beim nächsten essen auszuprobieren. Gruß ellen

  13. Carsten Schramm 22. Dezember 2017 um 20:49 Uhr - Antworten

    Hallo, ich möchte das Rezept gerne zu Weihnachten kochen. Ich stelle mir nur die Frage weshalb Sie Noily Prat an Stelle von Portwein verwenden. Ich freue mich auf Ihre Antwort. Schon mal vielen Dank vorab 🙂 Viele Grüße Carsten

    • Uwe 24. Dezember 2017 um 14:08 Uhr - Antworten

      Beides geht – Noilly Prat hat einen intensiveren Geschmack.

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