Geschmortes Wildschweingulasch

2018-09-28T16:56:41+00:0024. November 2014|7 Kommentare

Wenn ich sonntags gut essen aber wenig Arbeit haben möchte, so gibt es ein Schmorgericht. Die Vorbereitungszeit hält sich in Grenzen, den Hauptteil der Arbeit erledigt der Ofen ganz alleine. Praktisch, oder?

Nach dem Sauerbraten von den Kalbsbäckchen habe ich mit dem Wildschweingulasch das zweite Schmorgericht der Saison zubereitet. Dafür wird Wildschweinfleisch aus der Schulter verwendet, in Würfel geschnitten und für das Schmoren vorbereitet. Bei Gulasch verwende ich gerne eine fast identische Menge von Fleisch und Zwiebeln, was für Geschmack und Bindung in der Sauce sorgt.

Die Zwiebeln werden zunächst in etwas Schweineschmalz (Alternativ: Butterschmalz) angebraten. Danach wird das Fleisch portionsweise gebraten, um Röstaromen zu erzeugen. Danach erfolgt das Ablöschen und Reduzieren mit Rotwein, und schließlich folgt der Schmorprozess, der das Fleisch mürbe und zu einem echten Gaumenschmaus werden lässt. Mein nächstes Projekt aus der Reihe Gulasch wird eine belgische Variante, das „Carbonade flamande“, das für seinen süß-sauren Geschmack bekannt ist und diesen einem kräftigen Bier verdankt, das beim Schmorprozess zum Einsatz kommt.

Rezept

Dauer: Ca. 45 Minuten Vorbereitungszeit, ca. 2,5 Stunden Schmorzeit

Zutaten für das Wildschweingulasch (Für 4 Personen):

  • 1,2 kg Wildschweinfleisch aus der Schulter
  • 1 kg Zwiebeln
  • Etwas Butter- oder Schweineschmalz
  • 500 ml Rinderfond
  • 500 ml Rotwein
  • 2 EL dunkle Sojasauce
  • 3 Knoblauchzehen
  • 4 Wacholderbeeren
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Rosenpaprika
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 1 Zitrone
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Die Zwiebeln und den Knoblauch in einem großen Schmortopf mit Butter- oder Schweineschmalz langsam dünsten, bis diese glasig und braun werden. Entnehmen.

2 Derweil das Wildschweinfleisch in etwa 2×2 cm große Würfel schneiden und anschließend in etwas Butter- oder Schweineschmalz portionsweise von allen Seiten anbraten. Bei der letzten Portion das gesamte Fleisch in den Schmortopf geben, Zwiebeln zugeben und mit ca. 1/3 des Rotweins ablöschen. Aufkochen und komplett reduzieren lassen. Vorgang einmal wiederholen, danach den restlichen Rotwein und den Rinderfond angießen. Langsam erhitzen.

3 Währenddessen den Backofen auf 140°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

4 Das Wildschweingulasch mit Rosenpaprika und Sojasauce würzen. Wacholderbeeren leicht quetschen und mit dem Lorbeerblatt zugeben. Mit geschlossenem Deckel etwa 2,5 Stunden schmoren.

5 Für die Gremolata die übrige Knoblauchzehe schälen und mit der Petersilie fein hacken. Die Schale der Zitrone abreiben und diese Zutaten miteinander vermischen.

6 Das Wildschweingulasch aus dem Ofen nehmen und ggf. abschmecken. Durch die Zugabe von Rinderfond und Sojasauce hat das Gulasch eine gute Würze, daher bitte erst probieren! Die Sauce ggf. mit einer Mischung aus 20 ml kaltem Wasser und 1 EL Mehl binden. Anrichten, die Gremolata darüber streuen und servieren.

Tipp: Als Beilage passen Kartoffel- oder Semmelknödel. Das Gulasch schmeckt wieder aufgewärmt am nächsten Tag aromatischer.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

7 Kommentare

  1. Sebastian K. 24. November 2014 um 16:03 Uhr - Antworten

    Ha! Carbonnade hatte ich am Samstag im Les Brassens in Brüssel. Göttlich!

    • Uwe 25. November 2014 um 20:00 Uhr - Antworten

      Oh ja, klingt super lecker. Bald also auch in dieser Stadt 🙂

  2. Steffen 25. November 2014 um 19:57 Uhr - Antworten

    Sehr schön, nur frage ich mich, wo Du immer das Essen einlagerst. Das kannst du unmöglich alles alleine verzehren.

    • Uwe 25. November 2014 um 19:59 Uhr - Antworten

      Danke, Steffen. Ich koche nicht für mich alleine, ich habe Familie und außerdem oft Gäste, und wenn tatsächlich etwas übrig bleibt, freuen sich die Kollegen sehr…

      • Saskia 28. November 2014 um 10:16 Uhr - Antworten

        Das Gulasch klingt so toll, dass ich mir direkt das ebook runterladen wollte.
        Aber leider wird die Datei nicht gefunden. 🙁
        Trotzdem- sieht unglaublich schmackhaft aus! Wie immer.
        LG

        • Uwe 29. November 2014 um 16:53 Uhr - Antworten

          Oh, das ist schade, da kann ich wenig dran machen da ich Seite, auf der das eBook verwaltet wird, nicht administriere. Vielleicht versuchst Du es einfach zu einem späteren Zeitpunkt nochmal. LG!

  3. Basler Dybli 30. November 2014 um 07:03 Uhr - Antworten

    Danke für das bestimmt feine Rezept !
    Bei der Zubereitung unter Punkt 1. schreibst du dass 2 Knoblauchzehen geschält und gehackt werden sollen. Was geschieht weiter damit? Werden diese nicht auch zusammen mit den Zwiebeln langsam gedünstet?
    Ich wünsche dir einen genussvollen Sonntag.

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