Ein Besuch im Restaurant „Einzimmer Küche Bar“ in Nürnberg

2018-09-30T11:19:02+00:0014. Juni 2016|4 Kommentare

Darauf habe ich lange gewartet. Ein kleines, aber feines Restaurant mit einem jungen Team im Herzen von Nürnberg, dazu gutes Essen mit wirklich spannenden Kombinationen.

Das Einzimmer macht seinem Namen alle Ehre. Einmal durch die Eingangstüre gegangen, stehst Du gleich mittendrin im Geschehen. Links befindet sich eine kleine, aber feine Bar, dazu Tische für 6 Personen, rechts weitere 15 Sitzplätze, geradeaus eine große Glasscheibe, die den Blick in die Mini-Küche freigibt. Dort wird auch kräftig gearbeitet, als ich ankomme, befinden sich drei Personen auf engstem Raum in der Küche.

Die Einrichtung ist stilvoll, aber dezent. Die Tische laden zum Sitzen und Verweilen ein. Etwa alle drei Wochen wechselt momentan die Karte, zur Auswahl steht ein Drei-, ein Vier- oder ein Fünfgang-Menü. Die Menüs rangieren preislich zwischen 35€ und 75€ (ohne Getränke), was ich fair finde. Fleisch wird nur sehr reduziert eingesetzt, dafür dann aber in hoher Qualität und sehr präzise. Alternativ steht ein vegetarischer Gang zur Wahl.

Das Konzept: Mittags und Abends bis 22 Uhr kann im „Einzimmer Küche Bar“ gemütlich gegessen werden, ab 22 Uhr verwandelt sich das Restaurant in eine Bar mit einer schönen Auswahl an Cocktails, Craft-Bieren und Weinen. Schön.

Amuse: Süßkartoffel | Orange | Grüner Spargel

Kaum habe ich gewählt, geht es auch schon mit einem Gruß aus der Küche los: In einer kleinen Schüssel befindet sich Süßkartoffel-Püree, klein geschnittener grüner Spargel, eine Orangen-Vinaigrette und ein paar Blätter Waldmeister als Garnitur.

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Erster Gang: Saibling | Erbse | Olive | Apfel

Der erste Gang ist für mich das Highlight des Abends: Unglaublich ausgewogene Aromen, tolle Texturen, tolle Kombinationen. So gut, dass mir erst nach dem Essen auffiel, dass es sich um einen komplett kalten Gang gehandelt hatte.

Der Saibling war – so vermute ich – sous-vide gegart oder kurz gedämpft. Auf dem Saibling befand sich ein Klecks Saiblingstatar mit Oliven, drumherum satt grüne Erbsen, alles angerichtet auf einer Rhabarber-Apfel-Vinaigrette. Das könnte ich jeden Tag essen.

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Zweiter Gang: Sellerie | Tee | Estragon

Geschmorter Sellerie, dazu Grapefruit-Filets, eine Art Haselnuss-Pesto, Zimt-Tee, der nach dem Servieren angegossen wurde, dazu Estragon: Krasse Kombination, wildes Arrangement, für mich fast ein wenig zu viele Komponenten, die unglaubliche Klarheit des ersten Gangs hatte ich hier nicht – dafür eine Menge Inspiration.

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Dritter Gang: Kohlrabi | Erdbeere | Salzzitrone

Abgefahrene Kombination, der nächste Streich: Kohlrabi, als Salat serviert mit gebratener Erdbeere.Lecker. Auch hier wird ein Sud angegossen, der optisch nicht nur einen wunderbaren Kontrastpunkt setzt, sondern auch geschmacklich die Verbindung zwischen den Komponenten schafft. Toller Gang.

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Vierter Gang: Kalbstafelspitz | Navette | Meerrettich | Beeren

Zu einem Püree verarbeitet schmecken die Navetten zusammen mit Meerrettich exzellent. Tafelspitz, kurz gebraten und sehr zart, funktioniert mit Meerrettich natürlich super. Die Kombination mit Blaubeeren gibt dem Gericht eine tolle Frische und extravagante Note. Dazu: Ein exquisites belgisches Sauerbier. Werde ich mir merken, das!

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Fünfter Gang: Fichtennadel | Himbeere | Pistazie

Endlich ein Mode-Element! Die Pistazien kommen als Schaum, Schwamm, Kissen, fluffiges Etwas, was sich momentan auf viele Tellern findet. Himbeeren passen gut dazu, und das Fichtennadeleis noch viel besser. Dessert, wie ich es mag: Tolle Kombi, frisch, nicht zu süß.

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Fazit

Das „Einzimmer Küche Bar“ kann ich Dir uneingeschränkt empfehlen. Wenn Du offen bist für experimentelle Küche mit klarer Tendenz zu vegetarischen Gerichten und ungewöhnlichen Kombinationen, so wirst Du Deine Freude haben. Ich komme wieder!

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

4 Kommentare

  1. Stefan 27. Juni 2016 um 18:53 Uhr - Antworten

    Sieht toll aus, freue mich auch da bald einzukehren. War auch vom Zweisinn positiv angetan. Auf jeden Fall beides eine schöne Bereicherung für die Nürnberger Gastronomie.

    • Uwe 28. Juni 2016 um 21:53 Uhr - Antworten

      Zweisinn möchte ich auch noch hin, jetzt steht aber erstmal das Sosein auf der Liste…

  2. Stefan 30. Juni 2016 um 22:08 Uhr - Antworten

    Sehr gute Wahl. Musst du unbedingt nachholen, hatte schon zweimal das Vergnügen, für mich das Spannendste und konzeptionell stärkste was es hier im Raum Nürnberg zur Zeit gibt. (und gute Alternativen gibts zur Zeit reichlich 😉 )

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