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Der Weg auf den Sternberg windet sich, es holpert, ruckelt und wackelt. Von Velden aus nehmen wir einen Schleichweg, der durch den Wald auf den Gipfel führt. Die Anreise über die offizielle Straße wäre sicher bequemer, aber nicht halb so idyllisch gewesen.

Mehr noch: der Weg stimmt ein auf den Zauber, der einen oben angekommen erwartet. Die Aussicht ist gigantisch, beeindruckend ist das Bergmassiv der Karawanken und julischeu Alpen.

Ich beginne zu verstehen, was es mit dem „Kraftort“ auf sich hat, als der der Gipfel des Sternbergs allenthalben beschrieben scheint. Es herrscht Ruhe, ein laues Lüftchen weht, die geballte Natur lässt einen demütig werden.

Bereits vor vielen hundert Jahren bauten Kelten auf dem Sternberg einen Tempel, die Römer waren auch zugegen, ihre Spuren finden sich noch heute in Mauerresten. Im Mittelalter schließlich baute der örtliche Lehnsherr eine Burg auf den Sternberg, aus der im 13. Jahrhundert eine Kirche wurde. Diese steht heute noch da und zeigt den Wanderern ihre malerischen Fresken und uralten Deckenmalereien.

Direkt gegenüber des alten Pfarrhauses liegt die Messnerei, das Gasthaus auf dem Sternberg. Dani und Stefan Sternad haben es vor vier Jahren gepachtet und gleich gemerkt, dass dieser Ort besonders ist. Auftanken sollen die Menschen, sich unterhalten, Abkehr finden von Hektik und Stress des Alltags, die Sorgen im Tal lassen.

Hier oben laufen die Uhren anders, laden ein, sich Zeit zu nehmen. Für sich, Freunde, Familie – die Natur, den schönen Dingen.

Dani und Stefan Sternad erwarten nichts weniger von ihren Gästen, sich genau darauf einzulassen, sich dem Zauber des Moments und Ortes hinzugeben.

Wer das tut, wird von köstlichem Essen belohnt, schnörkellose Kochkunst, fokussiert auf das Wesentliche, auf wenige, dafür aber exzellente Produkte lokaler Kleinstproduzenten. Sämtliche Zutaten stammen aus eigener Produktion.

So sind die Limonaden selbstredend selbst gemacht, es gibt Rhabarber-Sirup und weiße Cola, das Bier kommt von einer lokalen Brauerei, sogar Wein gibt es aus dem nahen Sternberg-Weingut, das die Sternads nicht selbst bewirtschaften, aber in enger Zusammenarbeit mit dem Winzer zu einer gewissen Sichtbarkeit führen.

Die alte Messnerei war schon länger Anlaufstelle für Wanderer, kulinarisch aber nichts besonderes und nach einigen Jahren lieblosen Betriebs in schlechtem Zustand. Der Vision- und Schaffenskraft von Dani Sternad ist es zu verdanken, dass aus dem einstigen Aschenputtel ein zauberhaftes Kleinod wurde, rustikal, aber voller Liebe zum Detail. Es gibt viel zu entdecken und erschmecken, es scheint, als ob der Tag der Sternads 48 anstelle 24 Stunden hat.

Ich bewundere diese Schaffenskraft und Zielstrebigkeit, die Energie und Bescheidenheit, die beide besitzen. „Ich mache lieber als drüber zu reden“, sagt Dani Sternad und serviert ein Mehrerlei vom Mangalitza-Schwein, auf gutem Brot und guter Butter findet sich selbst gemachter (!) Lardo, Leberwurst mit Preiselbeermarmelade, Schinkenspeck mit eingelegten Senfgurken und Meerrettich, ein einfaches, aber wunderbares Schnittlauchbrot mit Blüten. Alles aus eigener Herstellung, gutes, ehrliches Essen.

Danach darf ich eine lokale Spezialität probieren, Kärntner Kasnudeln. Dabei handelt es sich um Teigtaschen, mit einer Topfen-Kartoffel-Minz-Füllung gefüllt, in Nussbutter herausgebraten und mit Salat und frischen Kräutern serviert. Ein Gedicht.

„Wos da is, is da, wos aus is, is aus“ lautet das Motto in der Küche, die Gerichte werden immer frisch zubereitet, was schon einmal etwas länger dauern kann. Ergeben sich dann aber Genüsse wie die Kasnudeln, so ist die Wartezeit gern in Kauf genommen – schließlich trägt sie zur Entschleunigung bei.

Damit nicht genug – etwa einmal im Monat gehen die Sternads noch einen Schritt weiter und laden sich je einen Gastkoch zum „Kochen ohne Strom“ ein. Eine ganz besondere Herausforderung: schließlich wollen bei diesen Events 100 Portionen zubereitet werden – ausschließlich unter Zuhilfenahme offenen Feuers. Eine große Feuerstelle ist vorhanden, ein Smoker ebenfalls, und so gibt es regelmäßig Köstlichkeiten direkt von der Flamme.

Sonntag ist Bratentag – dann wird der alte Holzofen in der malerischen Stube angefeuert und seiner Bestimmung zugeführt. Ich kann es mir leibhaftig ausmalen, wie betörender Bratengeruch durch die Stube schwebt und hungrige Wanderer zur Einkehr lockt. Wie die Menschen zusammenfinden, Zeit und Sorgen vergessen, und für eine kleine Weile der Kraft anheim fallen, der diesem Ort und ihren Menschen innewohnt.

Mehr davon!