Vanille-Tonkabohneneis mit Kardamom

2018-09-29T06:08:19+00:0026. Januar 2014|14 Kommentare

Im fantastischen Kochbuch „The Icecreamists“ wird das Vanilleeis als eines der reinsten Eissorten beschrieben. Der Geschmack der geriebenen Tonkabohne passt super dazu.

Der Geschmack der Tonkabohne ist dem der echten Vanille sehr ähnlich. In Mexiko werden Tonkabohnen daher auch gerne als Vanille-Ersatz verwendet und als „Mexikanische Vanille“ bezeichnet.

Tonkabohnen sind die Samen des Tonkabohnenbaumes. Dieser wächst vorwiegend in der Karibik und in Südamerika, und fand Mitte des 18. Jahrhunderts seinen Weg nach Europa. Da der in den Tonkabohnen enthaltene Inhaltsstoff Cumarin zu den Toxinen und ist in größerer Menge giftig. Deswegen war es in Deutschland lange verboten, Tonkabohnen zu Lebensmitteln zuzusetzen. Seit 1991 gelten bestimmte Beschränkungen, wie viel Tonkabohne zu bestimmten Lebensmitteln zugesetzt werden darf – bei der Verarbeitung stellt sich also automatisch ein gewisses Outlaw-Gefühl ein… 🙂

Am besten verarbeitet man die Tonkabohne mit einer Muskatreibe. Ich reibe die benötigte Menge immer frisch und lagere die Tonkabohnen trocken und dunkel in einer kleinen Gewürzdose. Würde ich die Tonkabohnen in Zucker legen, ergäbe sich ein ähnlicher Effekt wie bei der Herstellung von Vanillezucker: Der Zucker wird nach und nach aromatisiert. Allerdings habe ich bislang noch nie in Rezepten entsprechende Anleitungen gefunden. Wäre aber mal eine Idee, oder…?

Meinem Tonkabohnen-Vanilleeis liegt eine Vanillecrème zugrunde, die mit geriebener Tonkabohne und etwas Kardamom aromatisiert wurde. Wichtig bei der Zubereitung ist, dass die Basismasse gut kühlt und der Geschmack sich wunderbar entfalten kann. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, die Crème über Nacht, mindestens aber sechs Stunden im Kühlschrank zu kühlen.

In den letzten Wochen erreichten mich immer wieder Zuschriften, welche Eismaschine ich denn verwende. Ich verwende seit knapp zwei Jahren eine (Achtung, Werbung!) Unold Cortina und bin bislang sehr zufrieden. Wenn man sich bei der Meinungsbildung die Rezensionen auf diversen Testportalen durchliest, so findet man ein breites Potpourri an Meinungen, die in jede Richtung gehen. Oft kritisiert wird die vermeintlich zu geringe Motorleistung – was ich nicht bestätigen kann. Wenn man der Bedienungsanleitung folgt und Maximalfüllmengen und -rührzeiten beachtet, kommt die Maschine mit jedem Eis zurecht. In den meisten Rezepten ist sowieso eine Kühlzeit nach der Rührzeit vorgesehen. Eis frisch aus der Maschine funktioniert. Ich kann das Gerät nur empfehlen, Preis-Leistung finde ich total in Ordnung.

Rezept

Zutaten für das Vanille-Tonkabohnen-Eis mit Kardamom (Für 2-3 Personen):

  • 250 ml Milch
  • 125 g Crème Double
  • 80 g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Msp. geriebene Tonkabohne
  • 2 Kardamomkapseln

Zubereitung:

1 Die Milch mit der Crème Double vermischen und mit dem ausgekratzten Vanillemark, den Vanilleschoten, dem Kardamom und der geriebenen Tonkabohne erwärmen, jedoch nicht kochen. Wenn die Mischung dampft von der Kochplatte nehmen und etwas abkühlen lassen.

2 Währenddessen das Eigelb mit dem Zucker und dem Salz aufschlagen, bis die Masse luftig und etwas heller geworden ist. Die Milchmischung langsam unter stetem Rühren zur Eimasse geben. Alles auf die Herdplatte stellen und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen und zur Rose abziehen – dabei ständig rühren, damit das Ei nicht gerinnt. Zur Rose abziehen bedeutet: So lange erwärmen und rühren, bis die Crème auf der Rückseite eines Kochlöffels beim Daraufpusten dicke Wellen wirft.

3 Die Masse eine halbe Stunde erkalten lassen, dann mindestens sechs Stunden im Kühlschrank kühlen, besser über Nacht.

4 Am nächsten Tag könnt Ihr die Eismasse in der Eismaschine über 60 Minuten gefrieren. Entweder sofort verzehren oder nochmals 2 Stunden im Gefrierfach durchfrieren.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

14 Kommentare

  1. Annegret Linder 26. Januar 2014 um 11:03 Uhr - Antworten

    Das klingt unheimlich lecker und kam auf die To-Cook-Liste.
    Ich freu mich schon darauf, habe nämlich letzte Woche Tonkabohnen gekauft, ohne bereits recht zu wissen, wofür…

    Und heute gibt es übrigens das hier bei uns zu essen: https://www.highfoodality.de/rezepte/fleischgerichte/kichererbsen-salat-mit-sate-spiessen. 🙂

  2. arctopholos 26. Januar 2014 um 18:08 Uhr - Antworten

    Das sieht sooo lecker aus!!! Und Tonkabohnen habe ich noch nie probiert, zumindest nicht wissentlich.

    Danke für das tolle Rezept!!!

    GLG
    Helga

    • Uwe 27. Januar 2014 um 16:22 Uhr - Antworten

      @Annegret: Tonkabohnen sind in Desserts sehr vielseitig einsetzbar und haben ein tolles Aroma (wenn man sie luftdicht lagert…)!

      @arctopholos: Mittlerweile bekommt man die Tonkabohnen im gut sortierten Supermarkt, oder aber in der Apotheke…

  3. Renate 27. Januar 2014 um 18:16 Uhr - Antworten

    Wow! Das ist ja wohl der Hammer!
    Hab mir heute eine Eismaschine bestellt, und werde deine Variante mit Tonkabohne defenitiv ausprobieren!

    Liebe Grüße, Renate

    • Uwe 27. Januar 2014 um 22:02 Uhr - Antworten

      Viel Spaß dabei! Und wenn Du Kardamom und Tonkabohne weglässt, hast Du auch schon ein formidalbes Vanilleeis.

  4. Renate 1. Februar 2014 um 16:36 Uhr - Antworten

    Danke Uwe!
    Der „Ansatz“ läuft schon mal, morgen wird dann die Eismaschine zum ersten Mal angeworfen. Ich freu mich schon riiieeesig 🙂 !

    Da ja Créme Double bei uns in Österreich nicht wirklich zu bekommen ist, hab ich flüssige Sahne und Mascarpone 1:1 gemischt. Ich hoffe, das klappt!
    LG Renate

  5. Marie 14. Februar 2014 um 11:08 Uhr - Antworten

    Hallo Uwe,

    ich habe dein Eis gestern ausprobiert. Mangels Eismaschine kam es in den Froster. Ich habe es dort nach ca. 60 Min und dann noch dreimal nach jeweils ca 45 Min. ordentlich durchgemengt.
    Was soll ich sagen? Es ist wirklich unglaublich köstlich. Und es war mein erster Versuch, Eis selbst herzustellen. Das Rezept war einfach so verlockend und nachvollziehbar geschrieben, dass ich nicht drum herum gekommen bin.

    Dein Blog ist wunderschön und tut der Seele gut. Vielen lieben Dank für die Mühe und Leidenschaft, die du hier reinsteckst. Das wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich etwas nachkochen werde.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße,

    Marie

    • Uwe 17. Februar 2014 um 14:22 Uhr - Antworten

      Liebe Marie, vielen Dank für Dein tolles Feedback! Durch solche Kommentare werde auch ich immer weiter motiviert, dranzubleiben und immer auf der Suche nach spannenden Rezepten zu sein 🙂 Viel Spaß hier!

  6. Stephan 30. Juli 2014 um 00:08 Uhr - Antworten

    Hallo Uwe,
    ich hätte da eine Frage bezüglich des Kardamoms. Für das Rezept sind 2 Kapseln Kardamom gelistet (ich gehe mal vom grünen aus, da der schwarze scheinbar hauptsächlich für Fleischgerichte verwedet wird und leicht rauchig schmecken soll) .
    In den Kapseln befindet sich die Saat, welche scheinbar häufig verwendet wird und die sich auch beim Kochen auflösen soll.
    Nach Deinem Rezept würde aber die ganze Kapsel mitgekocht und vermutlich mit der ausgekochten Vanillieschote entfernt werden? Ich würde mich über Aufklärung freuen.

    Tonkabohnen habe ich mir letztes Jahr mal auf verdacht aus dem Urlaub mitgebracht und freue mich nun über eine ’sinnvolle‘ Verwendung in diesem tollen Rezept. Habe bisher schonmal ab und an etwas in Obstsalat verarbeitet.

    • ThomasBauermeister 5. Dezember 2016 um 22:50 Uhr - Antworten

      Hallo Uwe, wie macht man das mit den Kardamomkapseln?

  7. Fabs 30. Juni 2018 um 14:24 Uhr - Antworten

    Hi Uwe,

    wow ist das Eis lecker. Wie so vieles, was wir bisher von „highfoodality“ ausprobiert haben. Tonkabohnen hab ich länger gesucht und nun beim Käfer Feinkost gefunden.
    Danke für all die super Rezepte und die tolle Webseite.

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