Schweinebraten vom Grill mit Chili-Rub und Caipirinha-Mob

2018-09-28T16:23:27+00:008. September 2014|10 Kommentare

Klar, Steaks und Würstchen grillt jeder gerne. Richtig lecker wird es aber erst, wenn man sich an die großen Sachen heranwagt: Ein kompletter Schweinebraten vom Grill ist nicht halb so kompliziert, wie es klingt, dafür aber doppelt so lecker.

Die beiden wichtigsten Erfolgskomponenten für einen leckeren Schweinebraten vom Grill sind eine Portion Geduld und die Fähigkeit, eine konstante Temperatur auf dem Grill zu erzielen. Für die Gasgriller unter Euch ist das nicht wirklich eine Herausforderung – wenn einmal die richtige Einstellung für die angestrebte Temperatur gefunden ist, kann man den Grill einfach machen lassen. Wer mit Holzkohle grillt, braucht hier schon etwas mehr Übung. Da ich selbst kein Holzkohlegriller bin, kann ich nur weitergeben, was ich bei einem Grillseminar gelernt habe: Ihr braucht wirklich gute Kohle, die die Hitze über mehrere Stunden konstant halten kann. Dann müsst Ihr herausfinden, wie viele Briketts welche Temperatur erzeugen, das ist von Kohle zu Kohle unterschiedlich. Letztlich erfordert es stetige Kontrolle, ob die Temperatur noch stimmt. An Anfang könnt Ihr durch die Lüftungsschlitze am Grill regulieren, gegen Ende müsst Ihr vielleicht sogar Kohle nachlegen. Holzkohlegrillen ist eben immer ein Stück mehr Abenteuer.

Prinzipiell ist der Schweinebraten vom Grill aber kein Hexenwerk. Ich habe ein schönes Stück Schweinenacken über Nacht in einer Gewürzmischung, einem sogenannten Rub, ziehen lassen. Am nächsten Tag wird der Grill auf 180°C indirekte Hitze vorbereitet. Wenn Ihr einen Gasgrill besitzt, der nicht indirekt grillen kann, so gibt es einen Trick: Benutzt dafür einen Zusatzrost mit Hitzeschild. Das Hitzeschild ist nichts anderes als eine flache Aluschale, auf der ein kleiner Zusatzrost sitzt. Der Zusatzrost sorgt dafür, dass der Braten etwa 1 cm über dem heißen Standard-Rost sitzt, das Hitzeschild sorgt dafür, dass die Unterseite des Bratens nicht verbrennt. Mit diesem Zubehör kann also indirektes Grillen auf kleineren Gasgrills simuliert werden.

Schweinebraten vom Grill mit Chili-Rub und Caipirinha-Mob

Schweinebraten vom Grill mit Chili-Rub und Caipirinha-Mob

Der Braten wird also auf den Zusatzrost gesetzt und mit einem Fleischthermometer versehen. Dieses habe ich auf 74°C Kerntemperatur programmiert – angestrebt werden etwa 78°C. Ich gehe bei solchen großen Fleischstücken immer etwa 4°C unter die Zieltemperatur, weil das Fleisch nach der Entnahme noch nachgart und bis zum Servieren die 78°C selbständig erreicht.

Der Schweinebraten muss nun etwa 2-3 Stunden auf dem Grill verbringen – der Temperaturmesser sagt Euch Bescheid, wenn die richtige Temperatur erreicht ist. Ich empfehle hier ein Gerät, das außerhalb des Grills platziert werden kann. Der Fühler hängt an einem langen Draht daran – es gibt mittlerweile auch Funk-Varianten, so dass das Empfängerteil bequem überall mit hingenommen werden kann.

Mobben erlaubt!

Wichtig: Ganz ist die Arbeit nicht vorbei. Damit das Fleisch einen guten Geschmack entwickelt und oberflächlich nicht austrocknet, muss es etwa alle halbe Stunde mit Flüssigkeit bestrichen werden. Diese Flüssigkeit nennt man „Mob“, weil es irgendwann einem Grillmeister zu viel war, ganze Tiere über dem Feuer aufwändig mit einem kleinen Pinsel mit Flüssigkeit zu bestreichen und er irgendwann Pinsel gegen Wischmob tauschte. Also keine falsche Scheu – hier ist es völlig ok, zu mobben.

Der Mob besteht aus bestem Caipirinha und stellt den Grillmeister vor eine harte Probe, denn die Flüssigkeit ist für das Schweinchen. Wer der Versuchung nicht widerstehen kann, macht das Rezept mit doppelter Menge und lässt in der Koch-Version den Essig weg.

Zum Schweinebraten gibt’s eine leckere Limetten-Salsa und ein schmackhaftes Süßkartoffelpüree. Beides ist schnell zubereitet und kann bequem zubereitet werden, während der Schweinebraten auf dem Grill röstet.

Guten Appetit!Schweinebraten vom Grill mit Chili-Rub und Caipirinha-Mob

Schweinebraten vom Grill mit Chili-Rub und Caipirinha-Mob

Rezept

Dauer: Ca. 30 Minuten Vorbereitungszeit, ca. 12 Stunden Marinierzeit, ca. 2,5 Stunden Grillzeit

Zubehör: Grill, Hitzeschild und Zusatzrost

Zutaten für den Schweinebraten vom Grill mit Chili-Rub und Caipirinha-Mob (Für 4 Personen):

  • Ca. 1,2 kg Schweinenacken am Stück
  • 800 g Süßkartoffeln
  • 150 ml Milch
  • Etwas kalte Butter
  • Salz

Für die Limetten-Salsa:

  • 2 Limetten
  • 10 Kirschtomaten
  • 1 Handvoll Koriander
  • 1 rote Chili
  • Salz
  • Etwas brauner Zucker

Für den Rub:

  • 1 TL Piment d’Espelette
  • 1 TL Rosenpaprika
  • 1 TL Pimenton de la Vera
  • 1 TL Knoblauchpulver (oder eine gepresste Knoblauchzehe)
  • 1/2 TL gemahlenes Zitronengras
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1 TL Senfsamen
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 2 TL grobkörniges Meersalz

Für den Mob:

  • 2 Limetten
  • 50 ml Cachaça
  • 2 EL brauner Zucker
  • 3 EL Aceto Balsamico di Modena
  • Etwas Salz

Zubereitung:

1 Für den Rub die Koriander- und Senfsamen, das Salz sowie den Pfeffer im Mörser mahlen. Mit Piment d’Espelette, Rosenpaprika, Pimenton de la Vera, Knoblauchpulver und Zitronengras vermischen.

2 Den Schweinenacken rundherum mit dem Rub einreiben und über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.

3 Für den Mob die Limetten auspressen und in Viertel scheiden. Limettensaft mit Cachaca, braunem Zucker und Balsamessig vermischen. Mit Salz abschmecken.

4 Den Grill für 180°C indirekte Hitze vorbereiten – ggf. ein Hitzeschild mit Zusatzrost verwenden. Ein Fleischthermometer am Fleisch anbringen und den Timer auf eine Kerntemperatur von 74°C programmieren.
Das Fleisch auf den Grill legen und indirekt/mit Hitzeschild etwa 2,5 bis 3 Stunden garen. Alle 30 Minuten üppig mit dem Mob bepinseln.

5 Für die Limetten-Salsa die Kirschtomaten, den Koriander und die Chili fein hacken. Die Schale der Limetten abreiben und den Saft auspressen. Alles vermischen und mit Salz und braunem Zucker abschmecken.

6 Für das Süßkartoffelpüree die Süßkartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In einem Topf mit der Milch weich kochen und mit einem Schneebesen zu einem Püree verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, ggf. etwas kalte Butter unterrühren.

7 Den Schweinenacken bei Erreichen der Kerntemperatur vom Grill nehmen, aufschneiden und mit Süßkartoffelpüree und Limetten-Salsa servieren.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

10 Kommentare

  1. Jessica 9. September 2014 um 12:53 Uhr - Antworten

    Das Rezept hört sich richtig lecker an. Die Bilder von dem Braten sehen so gut aus, dass man gleich Hunger bekommt. Der Braten wird auf jeden Fall ausprobiert.

  2. Alex 9. September 2014 um 14:27 Uhr - Antworten

    Gute Idee, Jessica, ich muss den auch mal ausprobieren!

  3. Matthias 26. September 2014 um 21:11 Uhr - Antworten

    Hi Uwe, das Rezept ist spitze!

    Die Garzeit war bei mir um einiges länger. Hatte aber auch 2 Kilo Hals.
    Die Gäste waren begeistert und der neue Grill hat seine Feuerprobe hervorragend gemeistert.
    Hatte die letzte halbe Stunde noch eine Smokerbox mit drin, das hat dem Ganzen noch einen schönen Kick gegeben.

    Mache ich definitiv wieder!

    • Uwe 27. September 2014 um 07:08 Uhr - Antworten

      Hi Matthias, ach, das freut mich aber! Als Tipp zum Smoken: Das Fleisch kann den Rauch nur unter einer KT von 60°C annehmen, danach passiert kaum mehr was. Ich würde die Smoker-Box also beim nächsten Mal eher am Anfang dazu tun. Was haste Dir denn für einen Grill gekauft? Grüßle! Uwe

      • Matthias 27. September 2014 um 10:22 Uhr - Antworten

        Hi Uwe,

        Der Tipp mit der KT ist super. Habe ich sogar instinktiv richtig gemacht.
        Es ist ein Napoleon Triumpf 410 geworden. Im Gesamtpaket konnte der Weber leider nicht mithalten.

        • Uwe 28. September 2014 um 19:27 Uhr - Antworten

          Ist ja kein Problem, ist auch ein schönes Ding. Entspricht wohl in etwa dem Spirit von Weber, oder?

  4. Detlef Sünberg 26. Februar 2015 um 21:20 Uhr - Antworten

    Hallo Uwe,
    herzlichen Dank für diesen grandiosen Blog. Die Fotos begeistern schon. Absolut Klasse. Und die Rezepte. (Woher nimmst du die Zeit ?) Ich bin auf diesen Blog über eine SWR1 Sendung gekommen, gebeizter Lachs mit Gin von Stevan Paul. Im Kommentar wurde French 75 erwähnt und deine Seite.
    Gesucht, gefunden. Grandios. Hervorragend.
    Meine nächste Grillaktion wird der Schweinebraten mit Chili-Rub sein. (Eigentlich bin ich immer noch Anfänger, es gelingt nie etwas perfekt.Ich grille erst seit einem Jahr mit dem Q3000 von Weber. 🙁 ) Meine Frau und die Familie essen es trotzdem tapfer. 😉
    Aber es macht Spaß, auch im Winter, der ein Herbst ist.
    Vielen herzlichen Dank für deine Mühe, die Ideen, die Anregungen und die super Fotos.
    Mit herzlichen Grüßen
    Detlef Sünberg

  5. Martin 21. Juni 2017 um 10:41 Uhr - Antworten

    Hallo Uwe

    Kann man den Braten auch am Drehspiess garen? Muss da etwas spezielles beachtet werden?
    Ich habe einen Napoleon 500 mit Backburner. Soll der die ganze Zeit laufen?

    Liebe Grüsse
    Matt

    • Uwe 24. Juni 2017 um 08:13 Uhr - Antworten

      Hallo Martin, Du kannst den Braten bestimmt auch am Drehspieß braten. Zu Dauer und Einsatz des Backburners kann ich Dir leider keine Angaben machen…

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