Johannisbeersirup

2018-09-30T09:33:46+00:0012. Juli 2014|8 Kommentare

Ich liebe Beeren! Deswegen ist der Hochsommer für mich das wahre Paradies, wenn an allen Ecken und Enden im Garten kleine Früchte lauthals leuchten und mir ein verruchtes „Pflück mich!“ entgegen werfen.

Das trifft besonders auf die Sträucher einer Nachbarin meiner Arbeitsstelle in Erlangen zu: Das Grundstück wird auf einer Seite eingegrenzt von wunderbaren Himbeer-Sträuchern, die gerade über und über mit den kleinen roten Früchten behängt sind. Ich würde nichts lieber tun, als dorthin zu marschieren und ein Eimerchen für den abendlichen Genuss zu füllen. Es ist grausam zu beobachten, wie die Beeren reifer und reifer werden, den Vögeln als Mahlzeit dienen und nicht geerntet werden. Ich habe mir vorgenommen, die Nachbarin das nächste Mal, wenn ich sie sehe zu fragen, ob sie denn für die Beeren keine Verwendung hat. Ich würde auch selbst ernten…

Genau das tat ich neulich im Garten meiner Schwiegereltern: Die Johannisbeeren hingen in schweren Dolden von den Sträuchern herab und waren leichte Beute. Etwa ein Kilogramm nahm ich mit nach Nürnberg und bereitete daraus Johannisbeersirup zu. Das geht eigentlich sehr, sehr schnell, wäre da nicht die fummlige Arbeit, die kleinen Beeren von den Rispen zu zupfen. Ich beschloss, diese meditative Aufgabe anzunehmen und habe die Tätigkeit mit etwas ruhigem Heavy Metal untermalt – Entspannung pur.

Die Beeren werden anschließend nur mit etwas Wasser und Zucker aufgekocht und mit Hilfe der flotten Lotte passiert. Ab in sterile Gläser, luftdicht verschließen und abkühlen lassen. Ich sterilisiere meine Gläser und Flaschen immer im Ofen. Diesen heize ich auf 100°C vor und lasse die Flaschen dann etwa 20-30 Minuten in der Hitze brüten – danach sollten alle Keime beseitigt sein.

Was man aus Johannisbeersirup machen kann? Nun, ich habe da ein paar konkrete Ideen:

  • Als erstes werde ich daraus ein Ginger Beer herstellen, genauer gesagt ein Redcurrant Ginger Beer. Ingwersirup wird mit Johannisbeersirup vermischt und mit einem „Ginger Bug“ versetzt, der den Zucker in Kohlensäure und Alkohol umwandelt. Mehr dazu nächste Woche, da stelle ich Euch das Rezept und meine ersten Erfahrungen mit dem Thema „Homebrewing“ vor.
  • Heißer Tag? Dann erfrischt ein Glas Johannisbeersirupschorle mit Minze und reichlich Eiswürfen prächtig.
  • Vinaigrettes für grüne Salate freuen sich sehr über einen Schuss Sirup und eine Handvoll Beeren.
  • Der Johannisbeersirup kann zudem mit ein wenig mehr Zucker (Oder Honig) vermischt zu einer dickflüssigen Konsistenz eingekocht und als Topping für Vanilleeis oder Pancakes genutzt werden.

Wofür würdet Ihr den Sirup verwenden?

 

Rezept

Zutaten für den Johannisbeersirup:

  • 500 g Johannisbeeren
  • 200 ml Wasser + Wasser zum Auffüllen
  • 100 g Zucker

Zubereitung im Kochtopf:

1 Die Johannisbeeren mit 200 ml Wasser leise unter Rühren köcheln. Danach durch ein Sieb passieren. Den Zucker mit dem Saft in einen Topf geben und auf 1,2 L mit Wasser auffüllen. Aufkochen und etwa 5 Minuten leise köcheln lassen, dabei stetig rühren, danach in sterile Flaschen füllen, verschließen und auskühlen lassen.

Zubereitung im Thermomix:

1 Die Johannisbeeren mit 200 ml Wasser auf Stufe 1 bei 100°C etwa 20 Minuten rühren. Danach durch ein Sieb passieren und wieder in den Thermomix füllen. Mit Wasser auf 1,2 L aufgießen und den Zucker zugeben. Auf Stufe 1 rühren lassen, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist.

2 Mit Varoma auf Stufe 1 und 90°C etwa 5 Minuten köcheln und dann sofort in sterile Flaschen füllen, verschließen und auskühlen lassen.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

8 Kommentare

  1. Juliane 12. Juli 2014 um 17:13 Uhr - Antworten

    Tipp fürs Ratz-Fatz-Beeren von den Stängeln abzupfen von unserer Omi: Mit den Zinken einer Gabel die Johannisbeerrispen entlang fahren und schwupp gehen alle Träuble ganz schnell ab 🙂
    Auf Deine Homebrewing-Erfahrung bin ich gespannt!
    Liebe Grüße!

    • Uwe 13. Juli 2014 um 10:42 Uhr - Antworten

      Cooler Tipp, ich hab’s einfach mit den Fingern so hinbekommen. Die Omi wusste schon, wie man sich die Arbeit erleichtern kann… Zum Thema Homebrewing wird wohl nächste Woche der erste Artikel kommen. Ist eine spannende Sache und gar nicht sooo schwierig.

  2. Gina 17. August 2014 um 16:20 Uhr - Antworten

    Hi Uwe, kann man das auch genau so, nur mit anderen Beeren machen?

  3. Gina 17. August 2014 um 16:31 Uhr - Antworten

    Ach ja: wie lange hält sich der Sirup denn?

    • Uwe 17. August 2014 um 18:50 Uhr - Antworten

      Hallo Gina, es sollte auch mit anderen Beeren so funktionieren, ja. Die Zuckermenge musst Du nach Geschmack justieren, denn Johannisbeeren sind ja recht sauer, da habe ich für meine Verhältnisse recht viel zugegeben – ich nehme eher wenig Zucker. Ich kann Dir nicht genau sagen, wie lange der sich hält – nach zwei Monaten gibt’s keine Probleme.

  4. Ulrich 8. Oktober 2014 um 16:59 Uhr - Antworten

    Ich habe zu Hause zwar keinen Thermomix, aber dafür einen Dampfentsafter, mit dem ich auch zufrieden bin und das Entsaften ist wirklich denkbar einfach. Zum Filtern nutze ich immer den Nussmilchbeutel, mit dem ich zum Beispiel auch Mandelmilch filtere. Johannisbeeren habe ich bisher noch nie für Sirup entsaftet. Wir haben zwar einen Johannisbeerstrauch im Garten, aber bisher uns die Vögel die Johannisbeeren immer wegstibitzt. Da muss ich dann mal nächstes Jahr Schutzmaßnahmen einleiten 🙂

  5. Silke 3. August 2017 um 20:43 Uhr - Antworten

    Wird das bei euch dickfdickflüssig? Bei mir ist das sehr flüssig geworden..geschmacklich aber super lecker. 🙂

  6. Emanuela 8. Juli 2018 um 19:41 Uhr - Antworten

    Hallo!
    Gerade habe ich den leckeren Sirup gekocht und sogar noch warm schmeckt er toll. Habe 50 g mehr Zucker verwendet und den Sirup mit Vanillezucker und frischer Minze aromatisiert. Danke für das schöne Rezept!

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