„Herzlich Willkommen im SoSein“ tönt es uns freundlich entgegen, als wir kurz nach 19 Uhr an der Pforte des Restaurants klingeln und uns das Serviceteam per Handschlag begrüßt. Es ist der Auftakt zu einem grandiosen Abend.

Gras ist auf der anderen Seite bekanntlich immer grüner. Restaurants sind in Berlin oder Kopenhagen immer spannender. Dachte ich bisher, und lag damit komplett falsch. Genau genommen kann ich mein Glück noch gar nicht fassen, nur 10 Kilometer von meinem Wohnort entfernt eines der spannendsten Restaurants Deutschlands und wohl auch darüber hinaus zu wissen.

Vor nicht ganz einem Jahr eröffnete Felix Schneider zusammen mit seinem Partner Jens Brockerhof das SoSein im fränkischen Heroldsberg, einer kleinen Gemeinde, etwa 10 Kilometer östlich von Nürnberg gelegen. Der Eröffnung gingen Jahre der Planung im Stillen voraus, in denen die Gründer Produzenten, Züchter, Winzer, Orte und Bauern ausfindig machten, um ihr Konzept einer hochgradig regionalen und sich am Rhythmus der Jahreszeiten orientierenden Küche zum Leben zu erwecken.

Herausgekommen ist eine avantgardistische, sehr regionale, sehr fränkische Küche mit viel Authentizität, Bescheidenheit und vor allem Leidenschaft.

Mehr zur Philosophie des SoSein kannst Du in einem ausführlichen Interview-Podcast von Holger Klein mit Felix Schneider nachhören – sehr empfehlenswert!

Nachdem wir das alte Fachwerkhaus betreten haben, geleitet uns Restaurantleiter Dominik Altenkamp zu unserem Tisch, es geht vorbei an alten, schweren Mauern, viel Holz und Gebälk bis zu einem schönen Raum mit Gewölbe, in dem etwa 12 Personen an dunklen Holztischen und bequemen Designerstühlen Platz finden. Die Einrichtung ist stilvoll, dennoch schlicht, kein Element ist zu viel. Auf dem Tisch fehlt die sonst übliche Orgie viele