Hummus von dicken Bohnen und Bärlauch

2018-09-30T08:53:30+00:007. April 2014|10 Kommentare

Dicke Bohnen sind variabel einsetzbar: Ob als Salat, Püree oder Gemüse, ich mag die großen Bohnen sehr und nehme dabei gerne in Kauf, dass es einige Zeit dauert, bis ich diese aus der Schale befreit habe. Die geringe Kochzeit macht die Vorbereitungsdauer wieder wett: Nach nur 5 Minuten sind die Bohnen essbar.

Ok, ich geb’s zu. Der Name Hummus ist für dieses Rezept etwas irreführend, habe ich doch auf die Kernzutat eines Hummus – die Kichererbsen – gänzlich verzichtet. Da sich „Bohnenpüree“ aber nicht halb so gut macht wie „Hummus“ mögt Ihr mir die Wahl des Rezepttitels unter dem Deckmantel rhetorischen Marketings einmal mehr verzeihen. Und zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass Puristen natürlich jederzeit einen Schlag Kichererbsen beimengen und mit pürieren können, womit wir wieder korrekt unterwegs und qua Definition im grünen Bereich schwämmen.

Ich habe also einfach eines meiner liebsten Frühlingsgemüse, die dicken Bohnen, mit einem anderen meiner liebsten Frühlingsgemüse, dem Bärlauch kombiniert. Seit dem fantastischen Kürbis-Hummus des letzten Herbstes stehe ich ja total auf die Kombi Püree von Bohnen (oder Kichererbsen) mit geröstetem Knoblauch. Ich dachte mir, dass ein ähnliches Geschmackserlebnis mit Bärlauch wiederholbar sein müsste, schlüpfte in den Mantel des Puristen und verzichtete auch allerlei Schnickschnack wie dem aromatisieren des Öls durch frittierten Bärlauch, nur um dann direkt in den nächsten Mantel, nämlich den des Püristen (haha) zu schlüpfen und mit rasanter Rotationsgeschwindigkeit die Molekülketten von Bärlauch und dicken Bohnen gehörig in Wallung zu bringen. Ein wenig Salz und Agavendicksaft runden die Sache ab.

Warum ich kein Olivenöl benutze? Ich muss zugeben, dass ich so meine geschmacklichen Probleme mit Olivenöl in Hummus und Bohnenpürees habe. Ich möchte den Eigengeschmack der Zutaten möglichst wenig Konkurrenz ins Boot setzen und habe einfach das Gefühl, dass mit Olivenöl schnell alles nach selbigem schmeckt – auch wenn ich ein mildes verwende. Rapsöl ist da wesentlich diplomatischer und hält sich angenehm zurück, sorgt aber dennoch für einen crèmige Konsistenz mit hohem Flussfaktor.

Wozu man diesen Hochstapler-Hummus verwenden kann? Ich habe ihn erstmal nur für einen Zweck produziert: Als Hauptbestandteil eines Frühlings-Burgers, der diese Woche auch noch verbloggt wird. Abgesehen davon taugt der Hummus wunderbar als Brotaufstrich oder zu einem saftigen Steak vom Grill, als üppiger Pesto-Ersatz für eine Pasta und als interessante Zugabe für ein Salat-Dressing. Ein Tipp zum Abschluss: Der Hummus sollte vor allzu viel Licht geschützt werden, weil er sonst schnell braun wird.

Hummus von dicken Bohnen und Bärlauch

Rezept

Dauer: Ca. 10 Minuten

Zutaten für den Hummus von dicken Bohnen und Bärlauch (Ergibt ca. 250 g):

  • 200 g dicke Bohnen (Kerne)
  • 10 Bärlauchblätter (nach Gusto gerne auch mehr)
  • 3-4 EL Rapsöl
  • Salz
  • Evtl. etwas Agavendicksaft

Zubereitung:

1 Die dicken Bohnen etwa 5 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren und danach abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken.

2 Die dicken Bohnen zusammen mit dem Bärlauch und dem Rapsöl in einem hohen Gefäß mit dem Stabmixer zu einer homogenen Masse pürieren. Mit Salz und evtl. etwas Agavendicksaft abschmecken.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

10 Kommentare

  1. Schnick Schnack Schnuck 7. April 2014 um 09:03 Uhr - Antworten

    Lecker, gibt`s schon wieder dicke Bohnen? Hatte die mehr in den Spätsommer eingeordnet.

    • Uwe 7. April 2014 um 10:52 Uhr - Antworten

      In meinem Bioladen hatten sie diese Woche welche aus dem Knoblauchsland. Die Saisonkalender variieren hier – die meisten starten im Mai. Streng genommen bin ich dann ein wenig früh dran.

  2. Toettchen 7. April 2014 um 13:23 Uhr - Antworten

    Hummus ist wirklich etwas abseits, aber vielleicht Maccu (‘Ncapriata) (http://toettchen.eu/?p=1871). Ein ähnliches Bohnenpüree aus dem Süden Italiens.
    Ansonsten nebenbei bemerkt, Dein Blog gefällt mir asunehmend gut und ich lese ihn regelmäßig.

    • Uwe 7. April 2014 um 15:12 Uhr - Antworten

      Huhu! Danke für den Hinweis – Maccu kannte ich noch nicht, da habe ich doch heute wieder etwas dazugelernt!

  3. Micha 7. April 2014 um 19:45 Uhr - Antworten

    HA – dicke Bohnen und Bärlauch habe ich gerade heute auch kombiniert. Das will uns doch was sagen, Uwe 😉

    • Uwe 8. April 2014 um 06:15 Uhr - Antworten

      OHA! Ich glaube auch, das ist ein Zeichen, Micha! 😀

  4. Leila 25. April 2014 um 13:26 Uhr - Antworten

    Hallo Uwe,

    Ich will nur ganz sicher gehen: bei diesem hummus wird keine sesampaste tahina verwendet?

    Schönes Wochenende
    Leila

    • Uwe 25. April 2014 um 13:57 Uhr - Antworten

      Hi Leila, brauchst Du nicht zwingend, es ist auch einer ein „Hummus“ 😀 – ich habe dieses Rezept aber auch schon mit Tahina gemacht, etwa einem EL. Schmeckt ebenfalls!

  5. Margit 15. Juli 2014 um 13:10 Uhr - Antworten

    Ich liebe hummus und co

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