Fränkisches Schäuferla mit Kartoffelknödel und Rotkraut

2018-09-24T12:17:02+00:0017. Februar 2014|11 Kommentare

Da betreibe ich einen Blog aus dem Herzen Frankens und habe seit fünf Jahren kein Rezept für das fränkische Nationalgericht am Start. Unglaublich! Diesem Umstand wird heute endlich ein Riegel vorgeschoben. Ich präsentiere: A ächdds fränggisches Schäuferla!

Für ein „Schäuferla“ wird ein wunderschönes Stück Bio-Fleisch aus der Schweineschulter von Eurem Metzger des Vertrauens benötigt, immer mit Knochen (von dem das Gericht seinen Namen hat, denn dieser sieht aus wie eine kleine Schaufel) und nicht eingeschnittener Schwarte. Dazu kommen noch ein wenig Suppengrün, fränkischer Majoran, eine Flasche dunkles fränkisches Bier sowie Rotkraut und Kartoffeln für die Beilagen.

Fränkisches Schäuferla mit Kartoffelknödel und Rotkraut

Das „Schäuferla“ benötigt etwas Zeit: Nach drei Stunden im Ofen ist das Fleisch wunderbar mürbe und kann mit der Gabel zerteilt werden. Zunächst aber schneidet Ihr die Speckschwarte karoförmig ein. Wichtig: Niemals in das Fleisch schneiden, denn sonst trocknet dieses aus – und das wollen wir nicht! Danach wird die Schwarte großzügig mit Salz, Majoran und eventuell mit etwas Kümmel eingerieben und in einen Bräter auf ein Bett aus Wurzelgemüse gesetzt. Noch flugs etwas Wasser angießen und dann drei Stunden im Ofen bei 180°C braten. Während der drei Stunden gieße ich immer wieder Wasser nach, welches sich langsam in eine schmackhafte Sauce verwandelt. Die letzte halbe Stunde nutze ich dazu, die Kruste des Schäuferla immer wieder mit gutem dunklen Bier zu übergießen. Das gibt der Sauce und dem Fleisch den besonderen Kick. Aus dem Sud und dem Gemüse ist schnell eine tolle Sauce gekocht, und gemeinsam mit selbst gemachten Kartoffelknödeln und einem guten Rotkraut (Der Clou: Das Rotkraut wird mit Hiffenmark gewürzt) habt Ihr ein echtes, fränkisches Sonntagsessen auf dem Teller. Deftig, aber lecker.

Disclaimer: Mir ist vollkommen bewusst, dass die auf dem Foto gezeigte „Portion“ in jedem vernünftigen fränkischen Gasthof als unanständiger Affront zurückgewiesen werden würde – vermutlich mit einem bissigen Kommentar wie „Bring mer die Sau wieder wennse erwaggsn is!“. Aber ein ganzes Schäuferla kann man einfach nicht hübsch anrichten. Zumindest nicht nach meinem Dafürhalten. Oder mit meinem Geschick… Seid Euch also sicher, dass im Hause wieder alle satt wurden und jeder Teller durch ein komplettes Exemplar geziert wurde – ausgenommen der Fotografenportion…

Zuletzt sei noch die Anmerkung gemacht, dass ich dieses Rezept ursprünglich für einen Gastartikel bei Stephs grandiosem Kleinen Kuriositätenladen erstellte – und nun aufgrund von Zeitmangel auf meinem Blog zweitverwerte…

Fränkisches Schäuferla mit Kartoffelknödel und Rotkraut

Rezept

Zutaten für das fränkische Schäuferla mit Rotkraut und Kartoffelknödeln (Für 4 Personen):

  • 3 Schäuferla, ca. 1.200g
  • 2-3 Karotten
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 1 Lauch
  • 1/4 Sellerie
  • 1 Petersilienwurzel
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas Majoran und Kümmel zum Einreiben
  • Salz
  • Wasser
  • etwa 200 ml dunkles Bier

Zubereitung:

1 Die Schwarte des Fleisches karoförmig einschneiden, dann mit Salz, Majoran und Kümmel einreiben. Wurzelgemüse, Zwiebeln und Knoblauch fein schneiden, Petersilie hacken. Die Schäuferla auf das Suppengemüse setzen, Wasser angießen und bei 180°C etwa 3 Stunden im Ofen garen. Wenn die Schwarte zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken.

2 Während des Bratens immer wieder Wasser nachgießen. In der letzten halben Stunde immer wieder mit dem Bier bepinseln.

Die Sauce durch ein Sieb passieren, das Suppengemüse ausdrücken. Die Sauce binden.

3 Das Schäuferla mit Rotkraut und Kartoffelknödeln servieren.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

11 Kommentare

  1. WildeHenne 17. Februar 2014 um 19:46 Uhr - Antworten

    Da guck ich als erstes ganz entsetzt auf das Bild und denk mir so: «Wenn unsere Oma aus Schwabach das so auftischen würde, würde unser Opa einen Herzkaschperl kriegen!» 😉

    Gut, dass Deine Portionen bei Tisch dann ordentlicher waren. Auch wenn’s auf dem Foto superschön aussieht – von Schäuferla, Kloss und Soss will man doch einfach eine g’scheite Portion, gell.

    • Uwe 17. Februar 2014 um 20:04 Uhr - Antworten

      Das kann ich gut verstehen – ich würde es mich auch nur bei wenigen Leuten trauen, das Schäuferla so zu servieren. 😀

  2. Katha 18. Februar 2014 um 18:32 Uhr - Antworten

    Lecker – ich kann schon fast hören wie die Schwarte im Mund kracht!

    • Uwe 18. Februar 2014 um 20:04 Uhr - Antworten

      Oh ja. Da hätte ich jetzt gerade auch wieder Lust drauf…

  3. eri 28. November 2014 um 17:44 Uhr - Antworten

    Lieber Uwe,
    klar ist die Fotoportion ziemlioch mickrig, aber erzähle mir nicht, daß Du ein ganzes Schäufele von 1200g verspeist.
    Bei uns wurden von einem guten Stück immer 4 Personen satt :),
    dazu Coburger Klöß. Trotzdem war niemand aus der Familie mager *lol*.

    • Uwe 29. November 2014 um 16:52 Uhr - Antworten

      Liebe eri, das ist etwas missverständlich formuliert: In Summe etwa 1200 Gramm. 🙂

  4. Hi-Fisch 26. Oktober 2016 um 17:30 Uhr - Antworten

    Hallo Uwe,
    da bekommt man ja ein Pfützchen unter der Zunge!! :-))
    Machst du auch mal was von eurem Aischgründer Spiegelkarpfen??

  5. Miriam 7. März 2017 um 07:55 Uhr - Antworten

    Wie bereitest Du das Rotkraut zu?

  6. Fritz 3. April 2018 um 20:36 Uhr - Antworten

    Des schaut doch wirklich gut und lecker aus.
    Zum Einschneiden von der Schwarte hab ich noch einen Tipp Beim Metzger in Greding hab ich gefragt wie er das schafft nicht ins Fleisch rein zu schneiden Er hat mir dann das Messer gezeigt Es war ein ganz einfaches Teppichmesser. Die „Einschneidtiefe“ ist damit geregelt. Aber bitte nicht vorher für’s Heimwerken benutzen.
    Gruß Fritz

  7. Chris 12. Januar 2019 um 16:45 Uhr - Antworten

    Etz echt? Zu am Schäufala ghört a Wirsching und ka Blaukraut ..

    • Uwe 13. Januar 2019 um 08:37 Uhr - Antworten

      Bissd der sicher? Ich hab noch nirgends an Wirsching zum Schäuferla gricht. Ich glaub des is auch in Franken unterschiedlich, je nachdem wo’d bissd…

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