Fenchel-Salat mit Staudensellerie

2018-09-29T09:52:52+00:005. Juni 2015|15 Kommentare

Eine Frage bekomme ich immer wieder gestellt: „Uwe, sag mal, essen Deine Kinder eigentlich den ganzen Kram, den Du da so fabrizierst?“. Meine Kinder sind nicht weniger wählerisch als andere und verziehen bei einigen Gerichten gerne einmal das Gesicht, so dass ich bleibende Schäden befürchte.

Wie jedes Elternteil da draußen wünsche ich mir ebenfalls, meine Kinder würden mehr probieren, mehr Salat und Gemüse essen oder Phasen wie „Ich will Nudeln. Aber ohne alles.“ möglichst schnell durchlaufen. Es sind eben ganz normale Kinder. Natürlich aber wünscht sich gerade der eitle Food-Blogger in mir, meine Kinder würden sich bei der Ernährung anders verhalten oder mehr vom Durchschnitt abheben.

Manchmal, aber nur manchmal passieren dann doch eben jene Dinge, die mich innerlich eine dicke Party feiern lassen. Eine solche Situation ereignete sich gestern, als meine Frau Sonja mit den beiden Rackern beim Einkaufen war. Ich war leider nicht dabei, wäre es aber sehr, sehr gerne gewesen. Hier kommt die Geschichte, natürlich ein wenig ausgeschmückt.

Sonja: „Kinder, sollen wir mal wieder einen leckeren Fenchelsalat zum Abendessen machen?“

Kinder: „Oh ja, das wäre toll!

Eine ältere Dame hörte das Gespräch mit an und schaltete sich in die Konversation ein.

Ältere Dame: „Oh, entschuldigen Sie, das ist ja spannend, sagen Sie mal, wie machen Sie denn den Fenchelsalat, so dass er auch von ihren Kindern gegessen wird?“

Bevor Sonja das Wort ergreifen kann, bauen sich meine Kinder vor der älteren Dame auf.

Kinder: „Den macht immer unser Papa, und da wird der suuuuuper lecker, es gibt keinen besseren Koch auf der Welt.“ (Hier habe ich etwas ausgeschmückt, Freiraum des Erzählers, Ihr wisst schon…).

Ältere Dame: „Und wie macht Euer Papa den Salat?“

Kinder: „Also, in die Sauce kommt Zitronensaft. Und Agavendicksaft. Das ist so etwas wie Honig.“

Bäm. Erster Punkt für mich – Agavendicksaft als Ersatz für Honig oder Zucker – sie haben’s drauf!

Kinder: „Das verrührt er dann mit Öl und Salz und Pfeffer.“

Ältere Dame: „Aha, und das schmeckt Euch?“

Kinder: „Ja, sehr sogar! Und was wir besonders mögen, unser Papa tut da auch noch Staudensellerie hinein!“

Bä-ham! Zweiter Punkt für mich – sie kennen Staudensellerie, mögen selbigen UND können ihn benennen.

Ältere Dame: „Na das wird ja immer besser.“

Kinder: „Du kannst das Rezept auch auf Papas Blog nachlesen, denn er schreibt immer alles da rein…“

BÄÄÄM! Spiel, Satz und Sieg!

Aber wie so oft kommt Hochmut bekanntlich vor dem Fall, denn schon am gleichen Abend sitzen beide Rabauken mit verzogenen Gesichtern vor ihren Schüsselchen voll Fenchelsalat und strafen diesen mit verachtungsvollen Blicken. Fechelsalat ist eben kein Grießbrei.

Trotzdem möchte ich Euch das Rezept für den weltbesten Fenchelsalat nicht vorenthalten – zumal Euer Feedback auf meinen letzten Salat ja auch eindeutig und mit dem Wunsch nach mehr Salat-Inspiration verbunden war.

Rezept

Dauer: Ca. 20 Minuten

Zutaten für den Fechelsalat mit Staudensellerie (Für 2-3 Personen):

  • 2 Fenchelknollen
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 2 EL Öl
  • 1 Zitrone
  • 1 EL Agavendicksaft
  • Etwas Wasser
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Den Fenchel waschen. Den Strunk entfernen und den Fenchel halbieren. Dann in hauchdünne Scheiben schneiden. Das Grün des Fenchels nicht entfernen sondern gehackt unter die Fenchelstücke geben.

2 Den Staudensellerie putzen und in dünne Scheiben schneiden. Mit dem Fenchel vermischen.

3 Die Zitrone auspressen. Zitronensaft mit Agavendicksaft, Wasser, Salz und Pfeffer vermischen. Das Öl zugeben und verrühren, bis sich eine Emulsion ergeben hat. Mit dem Fenchel und dem Staudensellerie vermischen und ggf. nochmals abschmecken. Wer mag kann den Salat eine halbe Stunde stehen lassen, dann werden die Fenchelstücke etwas weicher und der Salat ist aromatischer.

Varianten:

  • Orangen-Fenchel-Salat: In den Salat können Filets von 2 Orangen oder Blutorangen gemischt werden. Zusätzlich passen dazu kandierte Walnüsse.
  • Apfel-Fenchel-Salat: Anstelle von Orangen werden dünne Apfelstücke mit zum Salat gegeben.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

15 Kommentare

  1. Sibel 5. Juni 2015 um 15:57 Uhr - Antworten

    Großartig! Sowohl Deine Kinder als auch das Rezept 😉

    • Uwe 8. Juni 2015 um 11:48 Uhr - Antworten

      Danke Sibel 🙂

      Wenn’s mit den Kids nur immer so wäre…. 😀

  2. Anja 5. Juni 2015 um 22:40 Uhr - Antworten

    Ich bin kein Kind mehr und trotzdem gehören Fenchelsalat und Staudensellerie zu den beiden Dingen, mit denen man mich jagen kann 😉 Was ich aber gemerkt habe, dass es oft an der Zubereitungsart liegt. Während ich Staudensellerie gar nicht mag, liebe ich eine Lachs-Sellerie-Füllung für Pastetli oder gekochter Fenchel im Allgemeinen 🙂

    • Uwe 8. Juni 2015 um 11:48 Uhr - Antworten

      Stimmt Anja, so ist es oft. Anders zubereitet schmeckt’s plötzlich – das kenne ich!

  3. Thomas 6. Juni 2015 um 11:12 Uhr - Antworten

    Ich kann das mit den Kindern sehr gut nachfühlen. Zitat von meiner Kleinen: „mein Papa kocht total toll, leidet schmeckt es mir immer nicht. “
    Das Rezept merke ich mir.

    • Uwe 8. Juni 2015 um 11:47 Uhr - Antworten

      Ach Thomas, same story on my side 😀

  4. joerg willerscheidt 6. Juni 2015 um 17:30 Uhr - Antworten

    Super lecker!!! Sogar meine Mum als erklärte Fenchelhasserin findet es „köstlich“….

    • Uwe 8. Juni 2015 um 11:47 Uhr - Antworten

      Na das freut mich aber sehr!

  5. Ela 8. Juni 2015 um 11:03 Uhr - Antworten

    Hihi, gratulier dir zu solch kulinarisch gut erzogenen Kindern Uwe! Da würd ich mich auch freuen an deiner Stelle 🙂 Der Salat klingt aber auch klasse!
    LG
    Ela

    • Uwe 8. Juni 2015 um 11:47 Uhr - Antworten

      Hi Ela, ach, das ist einmal eine schöne Ausnahme: Denn in der Regel höre ich wesentlich öfter, was sie nicht mögen…es sind eben ganz normale Kinder, die vielleicht ein paar mehr Zutaten kennen und auch benennen können…

  6. Johannes 7. Februar 2017 um 19:50 Uhr - Antworten

    Heute diesen Salat gemacht. Hat mir und meiner Frau so was von lecker geschmeckt. Jetzt gerade im Winter kommt so was knackiges gerade recht. Als Kind mochte ich sowas überhaupt nicht. Lerne ich im Alter erst zu schätzen. Man muss auch Freude haben an der Zubereitung. Ich glaube das anfassen von Lebensmittel kann sehr sinnlich sein nach einen anstrengenden Arbeitstag. Du hast einen prima Blog.

    • Uwe 13. Februar 2017 um 10:00 Uhr - Antworten

      Danke Dir Johannes, das freut mich sehr! Salate sind – gerade im Winter – eine tolle Sache. Müsste ich einfach mehr auf den Blog packen…

  7. Peter 24. Mai 2018 um 18:38 Uhr - Antworten

    Hallo Uwe, bastel gerade den Salat nach. super Idee die Zutaten sind da. aber welches Öl passt dazu? Olive, Raps oder lieber Kürbis? Hhm heute mit Albarapsöl. Welches hast du verwendet?
    Viele Grüße Peter

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