Bärlauchcrèmesuppe

2018-09-29T07:44:29+00:0024. März 2014|20 Kommentare

Aufgemerkt, die Bärlauch-Saison ist schon gestartet! Durch den milden Winter sind die Wälder bereits voll mit kleinen Bärlauch-Wiesen, die nur darauf warten, abgeerntet zu werden.

Wenn Ihr selbst sammeln wollt, dann bietet sich ein Waldspaziergang an. Vorzugsweise wächst der Bärlauch dort an schattigen, leicht feuchten Plätzen. Wer sammelt, sollte die Pflanze aber eindeutig und zweifelsfrei identifizieren können: Die Blätter ähneln stark denen der hochgiftigen Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen.

Update: Antje hat in den Kommentaren völlig zurecht darauf hingewiesen, dass „die Bärlauchflächen auf keinen Fall darauf warten, abgeerntet zu werden und immer nur so viel entnommen werden sollte, wie in der eigenen Küche haushaltsüblich verwendet werden kann“. Antje, vielen Dank für den Hinweis – Du hast natürlich völlig Recht! Wir wollen auch in Zukunft noch lange wilden Bärlauch in unseren Wäldern finden.

Am liebsten mache ich aus Bärlauch crèmige Suppen, die intensiv schmecken und nicht schüchtern um die natürliche Schärfe des Bärlauchs herumlavieren. Deshalb seid gewarnt: Dieses Suppen-Rezept ist recht intensiv. Wenn Ihr den Bärlauch-Geschmack lieber dezenter habt, so nehmt weniger Bärlauch-Sauerrahm, um die Suppe zu aromatisieren. Der Sauerrahm ist im Kühlschrank 2-3 Tage haltbar und eignet sich auch wunderbar als Brotaufstrich.

Was Ihr sonst noch so mit Bärlauch machen könnt:

  • Bärlauch kann gut konserviert und eingefroren werden
  • Bärlauch eignet sich hervorragend für die Herstellung von Pesto oder Dips
  • Besonders lecker: Bärlauch-Kräuterbutter. Ich vermische Butter mit Bärlauch-Püree und friere die Butterrollen ein. Die Grillsaison kann kommen!
  • Bärlauch-Ricotta: Fertigen Ricotta mit fein gehacktem Bärlauch vermischen
  • Auch lecker: Bärlauch-Öl. Dafür einfach gutes Rapsöl einige Wochen mit Bärlauchblättern aromatisieren

Die Bärlauchcrèmesuppe stammt von Johanna Maier aus ihrem gleichnamigen Kochbuch. Besonders gut an diesem Rezept gefällt mir die Basis: Die Mischung aus Geflügelfond, Weißwein und Noilly Prat passt einfach wunderbar zusammen und gibt der Suppe eine sehr aromatische Basis. Wer Alkoholgeschmack in Gerichten nicht so gerne mag, der wird sich mit dieser Suppe wohl nicht gut anfreunden. Die Suppe ist ein sehr kräftiges Geschmackserlebnis, weswegen ich dringend empfehle, ein Stück gutes, frisches Bauernbrot bereit zu halten, um die aufgeregten Geschmacksknospen ein wenig zu beruhigen.

Anstelle des Bärlauch-Sauerrahms kann zur Aromatisierung dieser Suppen-Basis natürlich eine Reihe anderer Kräuter-Pürees benutzt werden. Basilikum, Sauerampfer oder Kerbel funktionieren ebenfalls – am besten mit etwas reduzierter Beigabe von Noilly Prat.

So muss der Frühling schmecken!

Bärlauchcrèmesuppe

Rezept

Dauer: 30 Minuten

Zutaten für die Bärlauchcrèmesuppe (Für 3-4 Personen):

  • 3 Schalotten
  • 4 EL Butter
  • 120 ml Weißwein
  • 100 ml Noilly Prat
  • 600 ml Geflügelbrühe
  • 250 ml Sahne
  • 60 ml Milch
  • Etwas Zitronensaft
  • 1 kleine Handvoll Bärlauch
  • 1 kleine Handvoll Petersilie
  • 100 g Sauerrahm
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Die Schalotten schälen und fein hacken. In der Butter glasig dünsten und mit dem Weißwein und dem Noilly Prat ablöschen, aufkochen und um die Hälfte reduzieren lassen. Mit Geflügelbrühe aufgießen und aufkochen, etwas reduzieren lassen.

2 Derweil den Bärlauch, die Petersilie und den Sauerrahm in ein hohes Gefäß geben und mit einem Stabmixer zu einer Paste verarbeiten. Kühlen.

3 Die Hitze der Suppe etwas reduzieren und die Sahne zugeben. Auf die gewünschte Konsistenz reduzieren lassen, Hitze reduzieren. Die Suppe darf nicht mehr kochen! Dann 2-3 Löffel des Bärlauch-Sauerrahms in die Suppe geben und alles mit einem Stabmixer aufschäumen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

4 Die Milch erhitzen und aufschäumen. Suppe in einem Teller anrichten und den Milchschaum unter die Suppe ziehen.

Quelle: Kochbuch Johanna Maier, Collection Rolf Heyne

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

20 Kommentare

  1. Alex [Chef Hansen] 24. März 2014 um 08:34 Uhr - Antworten

    Und dass du ausquartiert worden bist unterschlägst du dem gemeinen Blogleser, oder was?

    • Uwe 24. März 2014 um 08:41 Uhr - Antworten

      Öhm, das war keine Absicht. Hat nicht mehr in mein Textprogramm gepasst. Zeichen waren alle.

  2. Juliane 24. März 2014 um 10:09 Uhr - Antworten

    Das mit dem Ausquartieren steht doch zwischen den Zeilen: „sehr kräftiges Geschmackserlebnis“, „aufgeregte Geschmacksknospen“… 😉

    Ich habe die Bärlauchcremepaste am Freitag auch schon zubereitet, bin dann aber nicht mehr zur Suppe gekommen. Hole ich am Dienstag nach, aber ich werde SEHR sparsam mit der Paste umgehen, nicht dass ich auch rausfliege!

    • Uwe 24. März 2014 um 13:31 Uhr - Antworten

      Cousinchen, die Paste ist wirklich derb stark. Vorsichtig! Ach ja: Ich habe immer ein Sofa frei 😀

  3. g 24. März 2014 um 10:50 Uhr - Antworten

    Hat vielleicht jemand einen Tipp, wo man in der Nähe von Nürnberg Bärlauch in der freien Natur finden kann? Danke im Voraus!

    • Uwe 24. März 2014 um 13:33 Uhr - Antworten

      Hallo g, ich habe keinen Platz rund um Nürnberg, tut mir leid. Die Chance ist aber groß, dass Du Bärlauch momentan an vielen Orten findest. Alternativ verkauft momentan jeder Marktstand auf dem Hauptmarkt Bärlauchsträußchen…

  4. Antje Radcke 24. März 2014 um 12:33 Uhr - Antworten

    Dein Rezept wartet darauf, sofort ausprobiert zu werden. Danke!
    Deine Hinweise zum Selbersammeln möchte ich allerdings so nicht stehen lassen: Die Bärlauchflächen warten auf keinen Fall darauf „abgeerntet“ zu werden. Bitte immer nur so viel „entnehmen“, wie man in der eigenen(!) Küche verwenden kann – schließlich soll in den nächsten Jahren ja auch noch etwas wachsen.
    Und der Geruch als alleiniges Erkennungsmerkmal kann sehr trügerisch sein: Hängt der Bärlauchgeruch erstmal an den Händen, riecht alles(!) nach Bärlauch. Hätte ich neulich nur die Geruchsprobe zu Rate gezogen, hätte ich die sehr giftige Herbstzeitlose gepflückt (die ist noch giftiger als das Maiglöckchen).
    Eindeutig unterscheiden lassen sich die Pflanzen aber dennoch. Bärlauchblätter wachsen immer einzeln an einem Stiel. Bei Zweifeln lieber nochmal googeln…

    • Uwe 24. März 2014 um 13:30 Uhr - Antworten

      Hallo Antje, vielen lieben Dank für diese wertvollen Hinweise, Du hast natürlich völlig recht. Ich habe einen entsprechenden Absatz im Artikel eingefügt.

    • g 25. März 2014 um 00:49 Uhr - Antworten

      Ich möchte noch hinzufügen, dass die Blattunterseite beim Bärlauch matt ist, während sie bei den Maiglöckchen glänzt.

  5. Lena 25. März 2014 um 08:12 Uhr - Antworten

    Hi Uwe,

    die Suppe werde ich ausprobieren, denn ich liebe Bärlauch (mein Freund auch, also hier wird keiner ausquartiert). Ich hab in einem Wäldchen ganz in unserer Nähe einige Stellen entdeckt, an der wilder Bärlauch wächst. Von der Ähnlichkeit zu Maiglöckchen und sonstigem Kraut habe ich nichts gewusst und einfach mal gepflückt. Oje. Viell ist es auch wichtig zu wissen, dass man den Bärlauch ohne Wurzel ernten sollte, denn die sichert seinen Bestand auch über die nächsten Jahre hinweg!

    Liebe Grüße
    Lena

  6. Bernd 26. März 2014 um 12:42 Uhr - Antworten

    Hallo,

    Bärlauch gibt es derzeit zum Glück auch im gut sortierten Fachhandel oder auf Märkten zu kaufen.

    Mir wäre das wild sammeln zu riskant, da man den Bärlauch sehr leicht mit Schneeglöcken (ähnliche Blattform) verwechseln kann.

    Allerdings sind die Blätter bei den Schneeglöckchen giftig. Die bringen einen zwar nicht um, aber Ubelkeit, Erberechen, Durchfall … sind dennoch möglich.

    Deswegen und wegem dem Naturschutz kaufe ich weiterhin meinen Bärlauch beim Händler meines Vertrauens.

    Noch eine weiterführende Info für Selberernter: http://www.baerlauch.net/naturschutz.html

    Schönen Gruß
    Bernd

  7. Malte 31. März 2014 um 18:48 Uhr - Antworten

    Morgen versuche ich mich an deinem Süppchen und freue mich schon total darauf. Ich habe heute extra ganz frischen Bärlauch gekauft, das erste Mal das ich ihn in einer Suppe verwende. 🙂

  8. Martina 4. April 2014 um 15:52 Uhr - Antworten

    Ich lese mit absoluter Begeisterung still mit und habe schon viele Rezepte nachgekocht bzw. meinen Mann nachkochen lassen 🙂
    Eine Frage hätte ich allerdings noch, um welches der Kochbücher von Johanna Maier handelt es sich denn? Nach meiner Recherche gibt es da mehrere ;(

  9. Malte 6. April 2014 um 10:59 Uhr - Antworten

    Ich habe das Süppchen übrigens jetzt auch verbloggt (http://www.malteskitchen.de/baerlauchcremesuppe/) und sage auch hier nochmal Danke für das Rezept. Wenn ich meine Frau mal zitieren darf „Geil, so stelle ich mir Frühling auf dem Teller vor!“.

    Kann ich mich nur anschließen. Ich fand die Suppe total lecker und ich stehe sonst nicht so auf Suppen. Aber das Süppchen wird es häufiger geben, heute Abend zum Beispiel 🙂

    • Uwe 7. April 2014 um 06:42 Uhr - Antworten

      Hallo Malte, danke für das Feedback und schön, wenn Euch die Suppe geschmeckt hat! Ich finde sie auch rundum gelungen 🙂

  10. David 13. April 2015 um 16:26 Uhr - Antworten

    Hi Uwe, wollte dir spontan ein Lob da lassen. War gerade auf der Suche nach einem Bärlauchsuppenrezept und wiedermal etwas überfordert in der lieblosen Masse an kursierenden Rezepten à la Chefkoch. Als ich dann irgendwann was von highfoodality entdeckte wusste ich, dass ich endlich was gefunden habe, wo ich beruhigt draufklicken kann – ich glaube dieses Gefühl ist das größte Kompliment, das man einem Foodblogger machen kann. In diesem Sinne. Danke fürs Rezept 🙂

    LG David

  11. Lisa 18. April 2017 um 12:31 Uhr - Antworten

    Diese Suppe ist einfach super lecker! Vielen vielen Dank für das Rezept! Die gab es bei uns an Ostersonntag als Vorspeise zum Kalbsbraten und sogar die Kinder haben begeistert mit gegessen ?

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