Bayrisch Kraut

2018-09-30T09:49:49+00:0026. Februar 2015|5 Kommentare

Bayrisch Kraut ist eine wohlschmeckende Beilage, die gerne zu Fleischgerichten gereicht wird und wunderbar im Winter zubereitet werden kann.

Mittwochs steht der Swagman mit seinem Food-Truck ganz in der Nähe des Büros meines Arbeitgebers. Dabei ist der Swagman so ziemlich der einzige Food-Truck, der nicht hin und wieder direkt vor der Haustüre steht, denn wir haben im letzten Jahr einen Standplatz geschaffen, der seitdem mehrmals in der Woche gerne besucht wird. Der Swagman bietet – die regelmäßigen Leser mögen sich erinnern – guten Kartoffelstampf mit langsam geröstetem Schweinefleisch und verschiedenen Gemüse-Toppings. Im Winter ist darunter oft Bayrisch Kraut.

Die Hauptzutat für dieses Gericht ist Weißkohl, der im Winter wunderbar zu bekommen ist. Der Weißkohl ist reich an Vitamin C und somit ein wichtiger Vitaminlieferant in der kalten Jahreszeit. Für das Bayrisch Kraut wird der Weißkohl in feine Streifen geschnitten und zunächst im Fett ausgelassenen Schinkenspecks mit Zwiebeln glasig gedünstet. Durch den Schinkenspeck bekommt das bayrisch Kraut seinen typisch-deftigen Geschmack und ist somit klassisch betrachtet kein vegetarisches Gericht. Natürlich kann einfach eine vegetarische Variante zubereitet werden, indem der Schinkenspeck weggelassen und durch Butterschmalz ersetzt wird.

Nach dem Braten wird das Kraut in etwas Fleischbrühe (oder Gemüsebrühe) und Essig gedünstet, bis der Kohl weich geworden ist. Da die Fasern des Kohls nicht so einfach zu verdauen sind und die Inhaltsstoffe blähend sind, wird gerne etwas Kümmel zugegeben, welches verbessernde Eigenschaften für beide Herausforderungen besitzt. Manchmal wird die Sauce des Bayrisch Kraut noch durch eine klassische Mehlschwitze gebunden, worauf ich in diesem Rezept aber verzichtet habe.

Bayrisch Kraut wird gerne zu Braten und Schmorgerichten serviert, harmoniert aber auch hervorragend zu Kartoffelstampf und Geflügelfleisch. Danke, Swagman!

Bayrisch Kraut

Rezept

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten

Zutaten für das Bayrisch Kraut (Für 4 Personen):

  • 1 Weißkohlkopf
  • 1 Zwiebel
  • 1 Apfel
  • 200 g Schinkenspeck
  • 300 ml Fleischbrühe
  • 3 EL Apfelessig
  • 1 Handvoll Petersilie
  • 1 TL Kümmel
  • 1 TL Zucker
  • Etwas Butterschmalz
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1 Den Kohlkopf halbieren und den Strunk entfernen. Dann in feine Streifen schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und ebenfalls in feine Streifen schneiden. Den Schinkenspeck würfeln. Den Apfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und ebenfalls würfeln. Die Petersilie fein hacken.

2 Nun den Schinkenspeck in etwas Butterschmalz bei geringer Hitze auslassen und mit dem Zucker karamellisieren. Zwiebeln zugeben und glasig dünsten. Dann den Weißkohl zugeben und mit anschwitzen, bis er beginnt, weich zu werden. Dann die Fleischbrühe angießen, die Äpfel, den Essig und den Kümmel zugeben und alles bei geschlossenem Deckel etwa 30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.

3 Nach den 30 Minuten mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Petersilie darüber streuen.

Über den Autor:

Hallo! Schön, dass Du hier bist! Hier schreibt Uwe. Hat immer Hunger. Ist leidenschaftlicher Koch. Und Food-Aficionado. Muss sein Essen immer fotografieren. Freut sich tierisch über Kommentare!

5 Kommentare

  1. Adelgund 2. März 2015 um 17:46 Uhr - Antworten

    Lecker, lecker! Bayrisch Kraut esse ich wesentlich lieber als Sauerkraut. Leider ist es in Thüringen wenig populär. Deshalb muss ich mich zum Genießen immer ins stille Kämmerlein zurückziehen:-( Danke für das schöne Rezept. Werde ich demnächst mal ausprobieren.

  2. Xenia 6. März 2015 um 17:43 Uhr - Antworten

    Lieber Uwe, ich wollte mich nur bei dir bedanken, dass du dir so viel Mühe bei jedem deiner Beiträge gibst. Das sieht und liest man.

    Liebe Grüße

  3. Mick P. 13. März 2015 um 07:54 Uhr - Antworten

    Lecker klassisches Rezept für Bayrisch Kraut. Leider kocht das heute kaum noch einer, dabei passt es perfekt zum Schweinebraten u.ä.

    Ich persönlich schneide das Kraut allerdings nicht in Streifen, sondern in Rauten. Macht optisch etwas mehr her, finde ich und man hat auch irgendwie „mehr Kraut im Mund“. Außerdem nehme ich einen nicht zu stark geräucherten Bauchspeck anstatt Schinkenspeck. Aber das ist natürlich alles Geschmacksache.

  4. Elke 5. Mai 2016 um 23:05 Uhr - Antworten

    Wenn man nicht so viel Kraut braucht, kann man auch die Spitzkohl Variante nehmen. Habe damit letztens einen bayerischen Krautsalat gemacht, war vorzüglich. Der Kohl ist etwas milder, u hat einen leichten Grünstich.

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