Vorhang auf für Soulfood, für Seelenessen, für wärmende Momente, schlicht ein schönes Gericht. Der Knoblauchsud ist für mich Inbegriff wohligen Seins.

Es ist nun schon ein halbes Jahr her, der Geschmack haftet mir aber immer noch auf meiner Zunge, als wäre es gestern gewesen. In Singapur aß ich bei Ryan Clift im Tippling Club, und dort servierte mir Ryan einen Zwischengang, der als Inspiration für dieses Gericht diente.

Ryan goss eine Muschelsuppe mit Knoblauchsud an, welcher von so feinem Geschmack war, dass ich davon nicht genug kriegen konnte. Der Sud war würzig, die Knoblauchnote satt, aber nicht plump und hatte die typische, beißende Schärfe verloren. Der Knoblauchgeschmack haftete nach einer Sekunde im hinteren Bereich der Zunge, wärmte den ganzen Mund- und Rachenraum, ein wohliges Gefühl, unbeschreiblich.

Dieses Gericht ist der Versuch, den damals erlebten Geschmack nachzuempfinden, und nach vier Versuchen bin ich ganz zufrieden. Die Komplexität liegt hier nicht in den Zutaten, die sind relativ überschaubar. Die Komplexität liegt in der Abfolge bestimmter Zubereitungsschritte und in der richtigen Dosierung. Der Sud besteht aus Knoblauch. Wichtig: Frischem Knoblauch. Mein Versuch mit getrocknetem Knoblauch brachte Bitterkeit mit sich, sowie scharfe Noten, die ich gänzlich vermeiden möchte. Zweite Zutat: Geflügelbrühe. Wenig