Die Kombination aus Auberginen, Zucchini, Tomaten und Zwiebeln findet ihren Weg im Sommer so sicher wie das Amen in der Kirche auf die Teller meiner Familie.

Wenn ich im Sommer Gäste habe, bereite ich die Gerichte gerne draußen zu und serviere viele Gerichte vom Grill. Dabei versuche ich, Vorspeisen vegetarisch, leicht und sommerlich frisch zu halten: die gegrillten Zucchini mit Za’atar und Purple Curry sind ein gutes Beispiel dafür.

Diese Ratatouille-Variante eignet sich dafür ebenfalls gut: das Gemüse schneide ich sehr dünn auf, salze die Auberginenscheiben und lasse sie kurz ziehen. Danach schichte ich kleine Türmchen, die sich nun im Dampfgarer gut garen lassen (zum klassischen Ratatouille-Rezept geht es hier entlang).

Ratatouille-Gemüse vom Grill

Ich verzichte bei dieser Zubereitungsform auf eine Tomatensauce, die Verwendung reifer, aromatischer Tomatenscheiben reicht völlig aus.

Das Garen muss dabei nicht zwangsläufig im Dampfgarer erfolgen. Auf dem Grill geht dies ebenso: dafür bereite ich den Grill für das indirekte Garen vor und regle ihn auf etwa 160°C ein. Im Gasgrill funktioniert das sehr einfach, beim Holzkohlengrill erfordert dies ein wenig Fingerspitzengefühl bei der Menge der benötigten Kohlen. Bei diesen Temperaturen ist das Gemüse nach etwa 30 Minuten weich.

Der Vorteil bei der Zubereitung im Grill: ich kann entscheiden, ob ich dem Gemüse eine leichte Rauchnote mitgeben möchte. Dafür gebe ich am Anfang wenig Räucherholz mit in die Kohlen oder in einem geeigneten Behälter in den Gasgrill. Es ist wichtig, dies am Anfang des Garprozesses zu tun, weil das Gargut bei Kerntemperaturen jenseits der 60 °C nicht mehr in der Lage ist, Raucharomen aufzunehmen.

Die Rosmarin-Vinaigrette

Die Türmchen beträufle ich abschließend mit einer Vinaigrette. Diese bringt ein süß-saures Aroma auf den Teller und fügt die Komponenten zusammen. Für die Vinaigrette benutze ich Zitronensaft, Honig, Olivenöl, Salz sowie frischen Thymian und Rosmarin (die Vinaigrette passt auch gut zu einer Tomaten-Tarte).

Letzteren hacke ich sehr fein, bevor ich ihn zur Vinaigrette gebe. Für die aromatische Garnitur eignen sich Zitronenverbene, Estragon, diverse Blüten (z. B. Borretsch, Salbei, Schnittlauch, Kapuzinerkresse), karamellisierte Senfsamen, eingelegte Senfsamen oder auch eingelegte rote Zwiebeln.

Ein ideales Mitbringsel für den Grillabend bei Freunden

Das Ratatouille-Gemüse schmeckt mit der Vinaigrette auch kalt. Damit wird aus der Vorspeise ein aromatisches Mitbringsel für einen Grillabend bei Freunden – jenseits der üblichen Nudelsalate. Mehr Ideen:

Rezept

Dauer: ca. 90 Minuten

Zutaten (für 4 Personen als Vorspeise):

1 Aubergine
1 Zucchini
1 Zwiebel
2-3 Tomaten
Salz

Die Gemüse sollten in etwa den gleichen Durchmesser besitzen.

Für die Vinaigrette:

2 Zitronen
3 EL Olivenöl
2 EL Honig
2 Zweige Rosmarin
1 TL Thymianblätter
Salz

Für die Garnitur:

Borretschblüten
Salbeiblüten
Zitronenverbene
Estragon

Zubereitung:

1 Die Gemüse waschen und dünn (2-3 Millimeter) aufschneiden. Die Auberginen in einer Schüssel salzen und kurz ziehen lassen. Abwechselnd zu Türmchen schichten (Höhe: 3 cm) und in einem Lochblech im Dampfgarer bei 100% Dampf und 90 °C etwa 45 bis 60 Minuten dämpfen.

2 Währenddessen die Vinaigrette zubereiten. Dafür die Zitronen auspressen und mit dem Öl, dem Honig und dem Salz zu einer Emulsion verrühren. Thymian zugeben. Die Rosmarinnadeln fein hacken und zugeben. Mit Salz abschmecken.

3 Das Gemüse aus dem Ofen holen und auf vorgewärmte Teller setzen. Je 1 EL Vinaigrette auf jedes Türmchen geben und mit den Blüten und Kräutern garnieren. Ggf. leicht salzen.

Variante: wer mag bereitet das Gemüse auf dem Grill mit einer leichten Rauchnote zu. Dafür den Grill auf 160°C einregeln und das Gemüse indirekt etwa 30 Minuten in einem Gemüsekorb garen. In der Anfangszeit Räucherchips zugeben.